SPD-Politikerin erhält Morddrohung

Köpping: "Bedrohung von Politikern hat massiv zugenommen"

22. August 2019 - 19:28 Uhr

Köpping im RTL-Interview: "Gesellschaft muss aufstehen"

Bisher kannten Petra Köpping nur ein paar Eingeweihte in Ostdeutschland und der SPD - doch nun ist Sachsens Integrationsministerin auf die ganz große Politbühne getreten. Gemeinsam mit Boris Pistorius, dem Innenminister von Niedersachsen, bewirbt sie sich um den SPD-Vorsitz. Doch die gestiegene Aufmerksamkeit birgt auch Schattenseiten: Per E-Mail hat die 61-Jährige einige Morddrohungen erhalten. Im Gespräch mit RTL fordert Köpping alle Bürger zu mehr Zivilcourage auf. Das komplette Interview zeigen wir im Video.

Nicht die erste Drohung gegen Köpping

"Gewaltdrohungen, Rufmord und Hass gehören nicht in unsere Gesellschaft. Und das müssen wir aktiv bekämpfen – aber gemeinsam", fordert Köpping im Interview mit RTL. Die Morddrohung nimmt die 61-Jährige ernst – auch wenn es nicht die erste ihrer Art ist. Bereits in ihrer Zeit als Bürgermeisterin und Landrätin sei sie mehrfach bedroht worden.

Trotzdem will sich die gebürtige Thüringerin nicht unterkriegen lassen. Ihre öffentlichen Auftritte werde sie in Zukunft nicht einschränken. Auch oder gerade weil "das Beschimpfen und das Bedrohen von Politikern und von Ehrenamtlichen" massiv zugenommen habe.

SPD-Politikerin steht unter Polizeischutz

Die Polizei will nicht sagen, wie ernst sie die Drohung nimmt. Doch immerhin hat Köpping nun Polizeischutz erhalten. Das spricht Bände. Verrückt: Gerade erst hatte Köpping noch mit Kommunalpolitikern über genau das Thema gesprochen und ihnen geraten, Morddrohungen gleich öffentlich zu machen. Nun hat sie selbst eine erhalten - und befolgt ihren eigenen Ratschlag. Eine solche Drohung einfach beiseite wischen, das geht nach dem Mord an Walter Lübcke nicht mehr. Der hessische CDU-Politiker wurde Anfang Juni ermordet. Ein Rechtsextremer hat die Tat gestanden.

Morddrohungen gegen Politiker häufen sich

Und Köpping ist nicht die Einzige, die betroffen ist. Erst Ende Juni waren Drohungen gegen Sachsens Vize-Regierungschef Martin Dulig bekannt geworden und hatten bundesweite Anteilnahme und Erschütterung hervorgerufen. Unbekannte hatten die Attrappe eines Sturmgewehrs an Duligs Privatadresse geschickt. Der SPD-Politiker bezeichnete den Vorfall als neuen, inakzeptablen Höhepunkt von seit 2015 gegen ihn gerichtete Bedrohungen - auch Todesdrohungen - und Beleidigungen, die sich gegen seine Person richteten.