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Peter Kloeppel erklärt: Das bedeuten die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium für uns

Peter Kloeppel erklärt: Das bedeuten die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium für uns

Das wird jetzt durch die US-Strafzölle bei uns teurer

Seit dem 1. Juni sind die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium offiziell gültig - trotz aller Beschwichtigungsversuche der letzten Monate. Aus der EU kommt scharfe Kritik, die Union will Klage bei der Welthandelsorganisation WTO einreichen. Doch warum haben die USA Strafzölle eingeführt? Und was bedeuten sie konkret für uns? RTL-Chefmoderator Peter Kloeppel gibt darauf im Video Antworten.

Kommen EU-Zölle auf Whiskey und Tabak?

US-Produkte Ziel von EU-Vergeltung?
Mögliches Ziel von EU-Vergeltungszöllen (von o.l. im Uhrzeigersinn): Amerikanische Erdnussbutter, Jeans, Whiskey und eine Harley-Davidson.
deutsche presse agentur

Auf Importe werden in den USA ab sofort Zölle in Höhe von 25 Prozent bei Stahl und zehn Prozent bei Aluminium fällig. "Donald Trump löst damit ein Wahlversprechen ein", so Peter Kloeppel - Make America Great again. Doch der Schritt der US-Regierung trifft die EU, Mexiko und Kanada hart. Es ist wahrscheinlich, dass die EU ihrerseits ab Mitte Juni mit Vergeltungszöllen reagiert. Auf einer vorläufigen Liste der EU-Kommission sollen bereits rund 200 US-Waren stehen. Und dann wird auch bei uns einiges teurer - am Ende trifft es also wieder einmal die Verbraucher.

Das wird jetzt bei uns alles teurer

Unter anderem auf der Liste: Whiskey, Mais-Produkte und Tabak-Waren. "Das betrifft eine Masse", sagt Kloeppel. "Erdnussbutter, Reis, Orangensaft bis hin zu Harley-Davidson-Motorrädern. Alle diese Dinge dürften um bis zu 25 Prozent teurer werden." Die Harleys könnten die meisten sicherlich noch verschmerzen. "Aber auch ganz besonders Produkte wie etwa Sojaschrot, die unsere Bauern hier benötigen, werden teurer und das ist für unsere Wirtschaft nicht gut." 2017 betrug der Gesamtwert dieser von den USA nach Europa eingeführten Produkte rund 2,8 Milliarden Euro.

Kontert die EU ihrerseits mit Zöllen, könnte das wiederum eine Verschärfung der US-Strafzölle nach sich ziehen. Insbesondere die europäische Automobilbranche fürchtet die Eskalation im Handelskrieg mit den USA.

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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker schimpft über Trumps Regierung.
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Die jetzt eingeführten Zölle werden in Europa, Kanada und Mexiko als ungerechtfertigt angesehen, die Bundesregierung hält sie gar für rechtswidrig. Kanadas Premiermister Justin Trudeau nannte die Maßnahmen "völlig inakzeptabel" und drohte ebenfalls mit Vergeltung.

Die EU will zudem Klage bei der Welthandelsorganisation WTO einreichen. "Die USA lassen uns keine andere Wahl", erklärte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Er sprach von einem "schlechten Tag für den Welthandel". Trumps Regierung wolle die Europäer "klein reden und klein machen", entrüstete sich Juncker.