US-Vorwahlen in New Hampshire

Pete Buttigieg - der neue Hoffnungsträger der Demokraten?

11. Februar 2020 - 12:09 Uhr

Pete Buttigieg - der Shootingstar der Demokraten

Ein Blick genügt, um zu wissen, dass Pete Buttigieg anders ist -  anders als seine ärgsten Kontrahenten im Präsidentschaftswahlkampf. Mit gerade einmal 38 Jahren ist er mit Abstand der jüngste ernstzunehmende Bewerber. Zum Vergleich: Die favorisierten Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders (78), Joe Biden (77), Michael Bloomberg (77) oder Elizabeth Warren (70) sind fast doppelt so alt wie der ehemalige Bürgermeister seiner Heimatstadt South Bend.

Der erste offen schwule Präsidentschaftskandidat der Demokraten

Buttigieg gilt als politisch moderat, ist strenggläubiger Christ und der erste offen schwule Präsidentschaftskandidat der Demokraten überhaupt. Bei der Chaos-Abstimmung in Iowa landete Buttigieg auf dem ersten Platz – und damit eine faustdicke Überraschung.

RTL-US-Korrespondent Oliver Beckermeier hat eine Wahlkampfveranstaltung Buttigiegs begleitet und mit seinen Anhängern gesprochen (Video).

Bernie Sanders geht als Favorit ins Rennen

Bei den Vorwahlen im US-Bundesstaat New Hampshire könnte Buttigieg einen erneuten Achtungserfolg landen, als Favorit geht aber der linke Senator Bernie Sanders in Rennen. Ex-Vizepräsident Biden lag in landesweiten Umfragen auf Platz eins, ist in Iowa aber nur auf Rang vier gelandet. Er warnte seine Anhänger bereits vor einem schlechten Abschneiden.  Die linke Senatorin Elizabeth Warren und ihre gemäßigten Amtskollegin Amy Klobuchar haben ebenfalls Chancen auf die Plätze drei und vier.

Das sagen die Umfragen

Sanders kann einem Durchschnitt von Umfragen zufolge auf fast 29 Prozent der Stimmen hoffen, Buttigieg auf 21 Prozent. Dieser könnte seinen Stimmanteil aber verbessern durch sein gutes Abschneiden in Iowa, das von den Umfragen nur begrenzt berücksichtigt ist. Biden, Warren und Klobuchar können demnach nur auf etwa 11 Prozent hoffen.

New Hampshire noch nicht ausschlaggebend

Bei den Vorwahlen in New Hampshire werden nur 24 Delegiertenstimmen vergeben. Um sich die Präsidentschaftskandidatur der Partei zu sichern, muss ein Bewerber fast 2.000 Stimmen gewinnen. Michael Bloomberg trat in Iowa und New Hampshire zum Beispiel noch gar nicht an, konnte sich aber in landesweiten Umfragen dank aufwendiger Werbekampagnen auf Rang drei verbessern.

Trump verspottet Buttigieg

Während bei den Demokraten also zahlreiche Kandidaten ihren Hut in den Ring werfen, hat US-Präsident Donald Trump bei den Republikanern keine Konkurrenz. Den Aufwind des jungen Buttigieg hat Trump offenbar schon registriert. Auf einer Wahlkampf-Veranstaltung verspottete der US-Präsident den Newcomer wegen seines Nachnamens. Buttigieg dürfte das egal sein. Er will für die Demokraten ins Weiße Haus einziehen. Wie groß seine Chancen wirklich sind, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.