Veranstalter weist Vorwürfe der Tierschützer zurück

Peta kritisiert Deutsche Schafschurmeisterschaft: "Schafe sind keine Sportgeräte"

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23. August 2019 - 13:18 Uhr

Deutsche Meisterschaft in Wüsting: 1.200 Schafe werden geschoren

Die Tierrechtsorganisiation Peta übt scharfe Kritik an der Deutschen Schafschurmeisterschaft im niedersächsischen Wüsting. Dort kämpfen vom 23. bis zum 25. August 70 Schafscherer um den deutschen Meistertitel – rund 1.200 Tiere werden von ihnen im Wettbewerb geschoren. Der Vorwurf von Peta: Es werde nur auf die Zeit und nicht auf das Wohl der Schafe geachtet.

Peta: „Schafe sind keine Sportgeräte“

Nach Ansicht von Peta führt die Schur unter Wettkampfbedingungen zu erheblichen Schnittverletzungen bei den Schafen. Zudem würde die laute Geräuschkulisse massiven Stress für die Tiere bedeuten. "Häufig tragen die Schafe blutige Schnittwunden davon. Sie strampeln, zappeln und versuchen, der Situation zu entkommen. Wir hoffen, dass potenzielle Besucher dieses traurige Spektakel nicht unterstützen", wird Johanna Fuoß, Peta-Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie, in einer Mitteilung zitiert.

Verletzungen werden im Wettbewerb mit Punktabzug bestraft

Kritik, die der Verein der Deutschen Schafscherer zurückweist. Im Wettbewerb gehe es in erster Linie um die Qualität der Arbeit. "Der Schafhalter möchte ein sauberes geschorenes Schaf ohne Verletzungen", heißt es in einer Mitteilung. Das Regelwerk besagt: Sobald ein Tier verletzt wird, muss der Teilnehmer mit Punktabzug rechnen.

Gescheiterte Klage 2016

Bereits 2016 hatte Peta Strafanzeige gegen die Veranstalter der baden-württembergischen Scharfschurmeisterschaft erstattet. Die Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren jedoch ein.