Horror-Labor in den USA

2.000 Affen über Jahrzehnte gequält und verstümmelt

17. September 2020 - 13:58 Uhr

PETA deckt Tierquälerei auf und reicht Beschwerde ein

Es ist der blanke Horror. Über Jahrzehnte sollen rund 2.000 Affen in einem Labor im US-Bundesstaat Wisconsin gequält und verstümmelt worden sein. Die Tierschutzorganisation PETA hatte die Umstände nach sechsmonatiger Recherche aufgedeckt. Die Bilder der verdeckten Ermittlungen zeigen wir im Video.

Affen leben unter schlimmsten Bedingungen

Eingepfercht in Stahlkäfigen lebten rund 2.000 Affen unter schrecklichen Bedingungen in fensterlosen Räumen des Wisconsin National Primate Research Center (Nationales Primatenforschungszentrum von Wisconsin), einer mit Steuergeldern finanzierten Einrichtung. Die Videoaufnahmen zeigen, wie die Primaten in der permanenten Gefangenschaft "in den Wahnsinn getrieben wurden – einige über zwei Jahrzehnte hinweg", teilt PETA mit. Ihr Alltag war "von Grausamkeit und Verachtung geprägt". Ein Mitarbeiter gab an, dass einige der Affen nicht zusammen mit Artgenossen untergebracht werden können, "weil sie unter den sehr belastenden, grausamen und schlechten Bedingungen zu A****löchern geworden sind", heißt es.

So sollen sich die Tiere einem Angestellten zufolge durch Angriffe tiefe, schmerzhafte Wunden zugefügt haben. Unter anderem hatten einige von ihnen so starke Verletzungen an den Fingern, dass sie amputiert werden mussten, heißt es. Andere Affen verstümmelten sich selbst oder liefen auf und ab und zogen endlose Kreise – eine typische Verhaltensstereotypie, die durch seelisches Leid entstehen kann. Manche Affen rissen sich selbst die Haare aus, bis sie fast kahl waren.

PETA fordert Untersuchung des Forschungszentrums

In der Einrichtung wurden Affen sogar gezwungen, ihren Nachwuchs allein in Käfigen mit Drahtboden auf die Welt zu bringen. Das Videomaterial zeigt, wie verängstigte Mütter und Babys schreien und verzweifelt versuchen, sich aneinander festzuklammern, während Mitarbeiter sie nach der Geburt auseinanderziehen. Einige Babys wurden dann in einen düsteren Kellerraum gebracht, bevor sie zu Identifikationszwecken tätowiert wurden, schreibt PETA. Für manche Experimente holten die Mitarbeiter die Affen mit schweren Metallhalsbändern aus ihren Käfigen auf einen Fixierstuhl und verpassten ihnen Elektroschocks, bis sie ejakulierten.

PETA appelliert nun an die US-Behörden, den Fall so schnell wie möglich zu untersuchen und die Tiere zu retten. Es sei nicht das erste Mal, dass das Forschungszentrum negativ aufgefallen sei, teilt PETA mit.