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Pestizide auf Himbeeren und Heidelbeeren aus Spanien: Supermarkt und Discounter im Test

Himbeeren und Heidelbeeren aus Spanien
Himbeeren und Heidelbeeren aus Spanien Wie hoch ist die Pestizidbelastung? 05:49

Erdbeeren bereits negativ aufgefallen

Wie gut sind spanische Himbeeren und Heidelbeeren aus dem Supermarkt und Discounter? Wir wollten es ganz genau wissen und haben den Test gemacht – nicht nur, was den Geschmack angeht, sondern auch in puncto Pestizidbelastung. Schließlich waren bereits im Frühjahr dieses Jahres Erdbeeren aus Spanien aufgrund der enthaltenen Giftstoffe negativ aufgefallen. Und das Ergebnis erstaunte nicht nur unsere Testpersonen.

Kleinerer Preis = weniger Geschmack?

Der erste Unterschied zeigt sich beim Preis: 100 Gramm Himbeeren aus dem Discounter kosten 80 Cent, im Supermarkt sind es fast 1,50 Euro. Schmeckt das teure Produkt dafür auch besser? Die Blindverkostung mit Passanten zeigt: Nein! Die meisten Teilnehmer stimmten für die günstigeren Beeren – sie schmeckten süßer und hatten mehr Aroma als die Supermarktvariante.

Bei den Heidelbeeren fiel das Ergebnis nicht so eindeutig aus: Hier entschied sich nur rund die Hälfte für die Discounter-Probe. Profi-Koch Patrick Rexhausen fällt allerdings auf: "Die Blaubeere aus dem Supermarkt hat eine biologischere, rundere Form. Die aus dem Discounter sieht aus wie eine Hochleistungsfrucht: Sie ist offenbar sehr schnell gewachsen, dadurch ist ihre tellerartige Form entstanden."

Überraschendes Ergebnis beim Labortest

Um die Belastung durch Pflanzenschutzmittel bei beiden Beerensorten zu prüfen, schickten wir jeweils zwei Proben ins Labor. Und tatsächlich: "Aus vier Produkten haben wir drei mit Pestizidgruppen nachgewiesen", stellt Patrick Rexhausen erstaunt fest. Dazu gehörten sowohl die Himbeeren aus dem Discounter als auch die aus dem Supermarkt. Nur bei den Heidelbeeren zeigte sich ein Unterschied: Während beim günstigeren Produkt Pestizidspuren gefunden wurden, waren die teureren Früchte frei davon. Bei einer der Proben konnte sogar ein Mittel nachgewiesen werden, das in Deutschland nicht gespritzt werden darf, in anderen EU-Ländern wie Spanien aber schon.

Beeren sind bei normalen Verzehrmengen ungefährlich

Heißt das, wir sollten jetzt keine Himbeeren und Heidelbeeren mehr essen? Keine Angst: Die zulässigen Höchstwerte wurden bei unserem Labortest bei Weitem nicht überschritten – und erst, wenn man 80 Packungen à 200 Gramm dieser gespritzten Beeren auf einmal essen würde, könnte das Pestizid für unser Immunsystem gefährlich werden. Generell gilt aber natürlich: Vor dem Verzehr waschen! Was man sonst noch beim Kauf beachten sollte und wie die leckeren Früchtchen am besten aufbewahrt werden, erklärt unser Profi-Koch im Video.

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