Corona-Maßnahmen machen Handwerk zu schaffen

Drei von zehn Betrieben fehlen Beschäftigte

Wegen Corona fehlt in vielen Friseurbetrieben Personal.
© dpa, Arne Dedert, ade dul wst

19. November 2020 - 15:57 Uhr

Umsatzeinbrüche und Personalmangel im Handwerk

Eigentlich hätten die handwerklichen Betriebe Anfang des Monats durchatmen können, denn sie durften weiterarbeiten-trotz des Shutdown-Lights. Doch die für den November gültigen Corona-Maßnahmen machen den Betrieben schwer zu schaffen. Neben Umsätzen fehlt es wegen Corona auch an Personal. Eine Branche leidet besonders.

Im Handwerk fehlt jeder fünfte Beschäftigte

Laut dem Präsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, müssen viele Betriebe derzeit auf Beschäftigte verzichten. In drei von zehn Betrieben fallen Beschäftigte aus. Das geht aus einer Befragung des Zentralverbands unter knapp 2.000 Betrieben hervor. Laut dem Präsidenten fehle mittlerweile jeder fünfte Beschäftigte, sagte er dem Deutschlandfunk. Wegen einer Corona-Infektion,Quarantänemaßnahmen oder der Pflege von mit dem Virus infizierten Angehörigen fällt immer häufiger Personal weg.

Gehen uns jetzt die Friseure aus?

Eine Branche kommt dabei besonders unter die Räder: Friseure. Denn laut Wollseifer sind die meisten der Beschäftigten in der Branche Frauen, die wegen Quarantänevorkehrungen von Schulen und Kitaschließungen derzeit vermehrt ausfallen, so Wollseifer weiter. Hinzu kommt, dass gerade bei persönlichen Dienstleistungen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht, auch wenn alle Vorschriften und Hygiene-Maßnahmen eingehalten werden. Deshalb mahnt der Präsident des Zentralverbands, verantwortungsbewusst und umsichtig in den Betrieben und Salons mit dieser Situation umzugehen. Denn noch mehr Ausfälle könnten sich viele Betriebe nicht mehr leisten, einige müssten dann vielleicht sogar vorübergehend schließen.

Hans Peter Wollseifer: "Corona-Jahr verursacht konjunkturelle Achterbahnfahrt"

Doch es trifft nicht nur die Friseure. Das gesamte deutsche Handwerk erlebt unruhige Zeiten. Erstmals seit sieben Jahren schreibt die Handwerks-Branche in diesem Jahr wieder rote Zahlen."Wir erwarten für das Gesamthandwerk einen Umsatzrückgang von etwa vier Prozent, prognostiziert Hans Peter Wollseifer. Zwar dürften Installateure, Elektriker oder Schlosser arbeiten, doch wegen der geschlossenen Cafés oder Restaurants und anderen an der Gastronomie beteiligten Betrieben, fallen Aufträge einfach weg.

In vielen handwerklichen Firmen spitzt sich die Finanzlage weiter zu: "Für viele Betriebe, die in den Frühjahrs-Lockdown noch mit einer gewissen Eigenkapitaldecke gegangen sind, geht es jetzt wirklich ans Eingemachte" gibt Wollseifer zu bedenken und spricht von einer "konjunkturellen Achterbahnfahrt": "Erst mit Volldampf ins Jahr gestartet, dann durch den Frühjahrs-Lockdown eine Vollbremsung aus voller Fahrt." Und nach einer kurzen Erholung im Sommer, gebe es nun wieder mächtige Bremsspuren. Insgesamt verzeichnet die Branche einen massiven Umsatzrückgang, gut die Hälfte der Betriebe wird 2020 unter dem Umsatz des Vorjahres bleiben.

Trotz Corona einen Handwerker finden

Etwa 19 Prozent der Betriebe beschäftigen derzeit weniger Personal als noch im Vorjahr. Mit sinkenden Infektionszahlen dürfte sich aber vermutlich auch die Personallage im Handwerk leicht entspannen. Doch gerade in der jetzigen Zeit sind viele Menschen zu Hause und machen es sich so richtig gemütlich. Trendforscher sprechen hier auch von dem Phänomen des "Cocooning", sich also zurückziehen und zu Hause einnisten. Und wer mehr zu Hause ist, dem fällt vielleicht auch die ein oder andere Stelle im Haus oder der Wohnung auf, die dringend mal repariert oder erneuert werden müsste. Mit welchen Tipps Sie dann einen passenden Handwerker finden, zeigen wir Ihnen hier.