Deutsche "Zeitfahrlokomotive"

Perfekter Start in die Tour: Martin reitet "auf Welle des Erfolgs"

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7. Juli 2019 - 19:07 Uhr

Gelbes Trikot bleibt im Team

Tony Martin schwebt nach dem Auftaktwochenende der 106. Tour de France in anderen Sphären. Dank der deutschen "Zeitfahrlokomotive" fährt sein Teamkollege Mike Teunissen im Gelben Trikot des Gesamtführenden. "Es ist atemberaubend", sagte Martin beseelt.

"Das war mein absolutes Highlight"

24 Stunden nach dem überraschenden Sprintsieg von Teunissen erwischte Martins Team Jumbo-Visma beim Mannschaftszeitfahren über 27,6 km durch Brüssel erneut einen glänzenden Tag. Angetrieben vom unermüdlich ackernden Martin raste die holländische Equipe mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 57,202 km/h zum Sieg am berühmten Atomium.

"Das war mein absolutes Highlight. Es ist atemberaubend, wir reiten auf einer Welle des Erfolgs", sagte Martin nach dem Triumph. Das Team Ineos um Titelverteidiger Geraint Thomas hatte auf Platz 2 bereits 20 Sekunden Rückstand auf Martin und Co.  "Es war irgendwo ein Selbstläufer, wir stehen am Start und wissen, dass wir stark sind. Ein zweiter Platz wäre eine Enttäuschung gewesen", so der 34-Jährige.

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Tony Martin trug das Gelbe Trikot vor vier Jahren.
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Durch den überzeugenden Sieg im Kampf um die Uhr verteidigte Jumbo-Visma auch das Maillot Jaune des Vortagessiegers Teunissen. "Der ist gefahren wie ein Motorrad", staunte Martin über ungeahnte Fähigkeiten des Holländers.

Nach zwei mehr oder weniger verlorenen Jahren bei Katusha-Alpecin blüht Zeitfahrspezialist Martin bei Jumbo-Visma wieder auf. "Radsport macht immer mehr Spaß, wenn man gewinnt", sagte er. Nach dem ersten Wochenende ist Martin mit zehn Sekunden Rückstand Gesamtvierter, das Gelbe Trikot ist für ihn selbst zum Greifen nah. Und wie es sich anfühlt, in dem begehrten Jersey zu fahren, weiß der Routinier nur zu genau: 2015 trug er das Trikot des Gesamtführenden auf drei Etappen. Zeit für eine Wiederholung.