Pentagon räumt ein: Viel mehr US-Soldaten in Afghanistan als bekannt

US-Soldaten in Afghanistan
US-Soldaten in Afghanistan
© dpa, Musadeq Sadeq, kde

31. August 2017 - 11:05 Uhr

Verteidigungsminister will mehr Transparenz

Bislang hatte das US-Verteidigungsministerium stets von 8.400 amerikanischen Soldaten gesprochen. Doch das stimmt nicht so ganz: Derzeit seien rund 11.000 Militärangehörige in Afghanistan stationiert, wie Kenneth F. McKenzie, Direktor des Generalstabs, bekannt gab. Hintergrund der Offenlegung: Verteidigungsminister James Mattis will für mehr Transparenz sorgen.

Keine Truppenerhöhung – oder doch?

Die Angaben gingen allerdings lediglich auf eine andere öffentliche Zählweise zurück: So würden nun etwa auch Militärangehörige berücksichtigt, die nur für eine kurze Zeit am Hindukusch sind, so McKenzie. Die neuen Zahlen bedeuten also keine Truppenerhöhung.

Doch das kann sich in Zukunft durchaus ändern: US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass die USA ihre Präsenz in Afghanistan verstärken wollen. Verteidigungsminister Mattis beauftragte seinen Generalstabschef damit, ihm diesbezüglich Empfehlungen vorzulegen.

Sicherheitslage in Afghanistan wieder schlimmer

Vor fast 16 Jahren begann der US-Einsatz in Afghanistan. Die USA haben nicht nur Ausbilder und Unterstützer am Hindukusch, sondern fliegen dort unabhängig davon auch Luftangriffe und sind mit Spezialkräften vor Ort.

Zuletzt hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan wieder drastisch verschlechtert. So steigt im Kampf gegen die radikalislamische Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat die Zahl der US- und afghanischen Luftangriffe seit Monaten rasant an. Dabei sterben auch immer wieder Zivilisten.

Im Mitte Juli veröffentlichten Halbjahresbericht der UN zu den zivilen Opfern des Krieges heißt es, die Zahl der durch Luftangriffe getöteten und verletzten Zivilisten sei im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 um 43 Prozent angestiegen - auf 232 Tote und Verletzte.