Pennsylvania: Nachbarin rettete zwölf Mädchen aus dem Haus eines 51-Jährigen

28. Juni 2016 - 13:24 Uhr

"Ich weiß nicht, es war so ein Instinkt"

Die Polizei von Feasterville (Pennsylvania) fällt kein anderes Wort als "bizarr" ein, um die Situation zu beschreiben: Über Jahre hinweg lebte der 51-jährige Lee Kaplan in seinem Haus mit zwölf Mädchen zwischen sechs Monaten und 18 Jahren zusammen. Das älteste soll zwei Kinder mit ihm haben. Ob er auch die anderen missbrauchte, ist noch nicht geklärt. Nachbarn kam die Situation schon lange komisch vor. Doch erst Jen Betz fasste sich schließlich ein Herz und brachte alles an die Öffentlichkeit.

"Ich habe meinem Mann schon seit Jahren gesagt, dass da irgendetwas nicht stimmt", erzählt die Frau, die nicht weit entfernt von Kaplans Haus lebt. "Letzte Woche habe ich ein paar Mädchen gesehen, sie sahen einfach so unglücklich und traurig aus in ihren blauen Kleidern."

Die Nachbarn alarmierten bereits mehrmals die Polizei. Doch der reichten die Verdachtsmomente nicht aus. "Die Nachbarn haben nichts von sexuellem Missbrauch gesagt", zitiert 'The Phiadelphia Inquirer' einen Polizeisprecher, "Was wollen sie gemeldet haben? Dass sie Amish People gesehen haben?" US-Medien zufolge soll es sich bei dem Mann und der 18-Jährigen um streng christliche Amish People handeln.

Das ungute Gefühl ließ Jen Betz nicht los. Sie rief schließlich die Missbrauchshotline, die schnell reagierte. "Ich habe es gemacht, ich weiß nicht, es war so ein Instinkt - ich wollte nicht noch einen Sommer warten, dass alle zusehen und wir die Mädchen vielleicht nie wieder sehen."

Unglaublich: Das heute 18-jährige Mädchen wurde offenbar vor vier Jahren von seinen Eltern an Kaplan verschenkt, weil er ihnen aus einer finanziellen Misere geholfen hatte. Kaplan und die Eltern der 18-Jährigen sitzen mittlerweile in Haft. Die Spurensuche dauert an - mittlerweile sind auch Leichenspürhunde im Einsatz.