Glen wurde vermisst, Vater Chucky als tatverdächtig gemeldet

Peinliche Panne: US-Polizei gibt Suchmeldung nach Filmpuppen heraus

Panne bei der texanischen Polizei: Durch ein Versehen wurde eine Suchmeldung nach den Filmpuppen Chucky und Glen ausgelöst.
Panne bei der texanischen Polizei: Durch ein Versehen wurde eine Suchmeldung nach den Filmpuppen Chucky und Glen ausgelöst.

01. Februar 2021 - 15:29 Uhr

Puppe Chucky ist von einem Serienmörder besessen

Stellen Sie sich vor, Sie erhalten eine Nachricht auf Ihrem Handy, es geht um die Suche nach einem vermissten Kind. Sie klicken die Nachricht an und sehen das Foto. Es zeigt aber keinen vermissten Menschen, sondern Trickfiguren aus einem Horrorfilm. Dieses peinliche Missgeschick passierte gerade im US-Bundesstaat Texas. Die Polizei entschuldigte sich "für die Verwirrung."

Warnung: Chucky hat ein Küchenmesser bei sich!

Bei dem Zwischenfall erhielten die Abonnenten eines Suchdienstes eine E-Mail, in der nach den Filmpuppen Chucky und Glen gesucht wurde. Chucky ist eine Puppe aus einem US-Film aus dem Jahr 1988. Sie ist ein blutrünstiges Wesen, besessen von einem Serienmörder. In einer der Fortsetzungen und Remakes kam 2004 Chuckys Sohn Glen hinzu.

Alarm
Glen und Chucky in "Aktion". (Fotos: Getty Images)

In der versehentlich verschickten Meldung wurde am vergangenen Freitag in Texas Glen als vermisst gemeldet – mit Beschreibung. Zuletzt wurde der Junge am 28. Januar um 9:04 Uhr in Henderson gesehen, Er soll ein blaues Hemd mit schwarzem Kragen getragen haben. Verdächtig in dem Fall sei Chucky, der einen bunten Streifenpullover und einen Jeans-Overall trage und – Achtung! – er habe ein riesiges Küchenmesser dabei.

Hätte sich jemand gemeldet, um Hinweise zu den beiden zu geben, hätte er festgestellt, dass die angegebene Nummer nicht funktioniert.

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Amber Hagerman wurde entführt und ermordet

Passiert ist die Panne, weil ein Entwicklungsserver der texanischen Polizei verrücktspielte. Warum, ist nicht bekannt oder wurde nicht mitgeteilt. Getestet wurde der sogenannte "Amber Alert", ein US-amerikanisches Alarmsystem. Mit diesem System wird seit fast 25 Jahren die Öffentlichkeit darüber informiert, dass die Behörden nach einem vermissten Kind suchen.

FILE - In this Jan. 12, 2006 file photo, Donna Norris touches a photo of her daughter, Amber Hagerman, at her Hurst, Texas, home. The 1996 slaying of the North Texas girl that led to the Amber Alert notification system to find missing children remain
Entführt und ermordert steht auf dem Plakat, das Amber Hagerman zeigt. Links ihre Mutter Donna.
© picture alliance / AP Photo | R. Jeena Jacob

Seinen Namen erhielt der "Amber Alert" in Erinnerung an das neunjährige Mädchen Amber Hagerman, das 1996 in Arlington entführt und getötet wurde. Der Mörder wurde nie gefasst, das Verbrechen ist bis heute nicht aufgeklärt. Als Reaktion wurde "Amber Alert" gegründet. Über Radiosender, aber auch Tafeln an Highways können umgehend Suchmeldungen veröffentlicht werden, sobald ein Kind als vermisst gemeldet wird. 2016 wurde in den USA das System Wireless Emergency Alerts eingeführt, mit dem über W-Lan Suchmeldungen auf Handys gesendet werden.

„Amber Alert“ ist nicht unumstritten

Das System ist nicht unumstritten. Während Befürworter argumentieren, dass hunderte Kinder durch "Amber Alert" wiedergefunden worden seien, sprechen Kritiker von einer hohen Anzahl an Falschmeldungen. Auch hätten Studien ergeben, dass der Anteil von "Amber Alert" bei erfolgreichen Suchen meist sehr gering sei.

In Europa gibt es seit 2016 in Luxemburg ein Amber-System. In Deutschland macht sich die "Initiative Vermisste Kinder" aus Hamburg für die Einführung eines Alarmsystems stark.