Sa | 12:15

Peinliche Panne: Formel-1-Rennen in Montreal zu früh abgewunken

Hier winkt sie noch stolz mit der Zielflagge: Model Winnie Harlow schwenkt die schwarz-weiß-karierte Flagge später eine Runde zu früh.
Hier winkt sie noch stolz mit der Zielflagge: Model Winnie Harlow schwenkt die schwarz-weiß-karierte Flagge später eine Runde zu früh. © imago/Motorsport Images, Jerry Andre, imago sportfotodienst

Model Winnie Harlow schwenkt das Fähnchen eine Runde zu früh

Ein peinlicher Fauxpas des Models Winnie Harlow hätte in Montreal beinahe zum Eklat geführt. Weil die Kanadierin die schwarz-weiß-karierte Flagge eine Runde zu früh schwenkte, wurde das Rennergebnis dem Reglement entsprechend schon nach 68 der 70 Runden gewertet.

Harlow war nicht schuld an dem Desaster

Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Lewis Hamilton in der letzten Runde noch an Daniel Ricciardo oder Max Verstappen an Valtteri Bottas vorbeigefahren wäre. Die Überholmanöver hätten nicht mehr gezählt und Hamilton und Co. vermutlich zur Weißglut getrieben.

So hatten Harlow, deren Markenzeichen eine Pigmentstörung im Gesicht ist, und die Bosse der Formel 1 immerhin Glück im Unglück: In den letzten beiden Umläufen gab es in den Top 10 keine Verschiebungen mehr, sodass der Fauxpas keine Auswirkungen aufs WM-Klassement hat. 

Rennleiter Charlie Whiting sprach das Topmodel von jeglicher Schuld frei. "Es handelte sich hier um das gleiche Problem wie 2014 in China. Es war einfach gesagt ein Kommunikationsfehler", sagte Whiting zu dem Vorfall: "Der Befehl zum Abwinken wurde ihr zu früh erteilt."

Verantwortlich für die Freigabe zum Schwenken war ein Vertreter des Motorsportvereins in Montreal. Dieser habe bei der Rennleitung erfragt, ob das Rennen bereits in der letzten Runde sei, erklärte Whiting. Die Rennleitung habe die Frage allerdings als Feststellung verstanden. Auch Harlow selbst rechtfertigte bei Twitter: "Man hat mir gesagt, ich soll die Flagge schwenken."

Vettel fand es "leicht verwirrend und ziemlich lustig"

​Sebastian Vettel war der Fehler sofort aufgefallen. "Da schwenkt jemand zu früh die Zielflagge", funkte er an seine Boxencrew, die sofort bestätigte: "Ja, gib weiter Vollgas." Red-Bull-Boss Christian Horner funkte in Richtung Max Verstappen scherzhaft: "Da war Hamiltons Freundin etwas zu früh dran."

Nach dem Rennen bezeichnete Vettel die Panne als "leicht verwirrend und ziemlich lustig." Am Lenkrad habe er sofort "gesehen, dass wir noch eine Runde haben. Die Marshalls haben schon gefeiert, das haben sie heute hier ein bisschen zu früh auf die Spitze getrieben.

Bei Twitter prasselte dagegen ein Shitstorm auf Harlow und die Entscheidungsträger der Königsklasse ein.

LED-Signale statt karierter Flagge?

22.10.2006 Sao Paulo, Brazil, Michael Schumacher (GER), Scuderia Ferrari and PELE during the GRID - Formula 1 World Championship, Rd 18, Brazilian Grand Prix, Sunday Pre-Race Grid - www.xpb.cc, EMail: info@xpb.cc - copy of publication required for pr
Pele zeigte in Sao Paulo beim Jubel mit Michael Schumacher mehr Leidenschaft als an der karierten Flagge. © XPBCC

​Es war nicht der erste Fehler beim Abwinken eines Rennens im Milliardengeschäft Formel 1. Brasiliens Fußball-Ikone Pele verpasste 2002 in Sao Paulo seinen Einsatz, zwölf Jahre später in Shanghai war ein lokaler Marshall wie nun Harlow zu früh dran. Um eine weitere Wiederholung zu verhindern, erwägt der Weltverband FIA laut Whiting unter anderem eine Umstellung auf automatisch eingespielte LED-Signale.