2018 M11 13 - 9:12 Uhr

Zu viel Arbeit raubt Mitarbeitern die Mittagspause

"Mittagspause? Keine Zeit!" Das betrifft laut Bundesarbeitsministerium mehr als jeden vierten Beschäftigten in Deutschland. In bestimmten Branchen ist der Zustand besonders schlimm. Und das, obwohl Auszeiten im Job rechtlich geregelt sind.

Gründe für Pausenausfälle

Als Grund nennen die meisten Befragten (jeweils 63 Prozent) neben zu viel Arbeit, dass die Auszeit nicht in den Arbeitsablauf passe. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) gab an, einfach keine Pause machen zu wollen. 14 Prozent erklärten, die Pause für einen früheren Feierabend aufgespart zu haben.

Gastgewerbe, Pflegebranche und Erziehungsbereich besonders betroffen

Am häufigsten kommen Pausenausfälle im Gastgewerbe, in der Pflegebranche sowie im Erziehungs- und Unterrichtsbereich vor. Grund dafür seien unrealistische Zielvorgaben und zu wenig Personal. Das erklärt Annelie Buntenbach aus dem Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Dafür seien diese Branchen berühmt-berüchtigt.

Vor allem junge Mitarbeiter verzichten häufig auf ihre Pause. Bei Arbeitnehmern zwischen 15 und 29 Jahren liegt der Anteil mit 31 Prozent höher als im Gesamtschnitt. Das zeigten die Ergebnisse der "Arbeitszeitbefragung 2017" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitszeitmedizin (Baua).

"Je länger man am Stück arbeitet, desto unproduktiver wird man"

Eine Entwicklung, die weder den Arbeitgebern noch den Arbeitnehmern nützt. Diplom-Psychologe Johannes Wendsche erklärt, dass Pausen nicht nur wichtig für die Gesundheit seien, sondern auch für die Produktivität. Das hätten zahlreiche Erhebungen gezeigt. "Je länger man am Stück arbeitet, desto unproduktiver wird man." Gerade bei hoher Belastung seien Pausen besonders wichtig. Der Diplom-Psychologe rät: "Sogar kurze Auszeiten können schon helfen."

Quelle: DPA/RTL.de