Im Moment gibt es neun Impfstoff-Kandidaten

Paul-Ehrlich-Institut: Corona-Impfstoff-Zulassung zum Jahreswechsel

Phase-III-Studie für Corona-Impfstoff in Russland gestartet
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19. September 2020 - 12:09 Uhr

Zeitpunkt ist leicht spekulativ

Das Paul-Ehrlich-Institut rechnet weiterhin mit einer Zulassung von Corona-Impfstoffen für Ende 2020 oder Anfang 2021. Derzeit befänden sich neun Impfstoff-Kandidaten in der abschließenden klinischen Phase III, sagte Instituts-Chef Klaus Cichutek im Gespräch mit RTL und ntv.

Weltweite Verfügbarkeit vielleicht erst Ende 2021

 Unterrichtung der Bundesregierung zu Corona-Impfstoffen in der Bundespressekonferenz: Klaus Cichutek, Praesident Paul-Ehrlich-Institut  PEI  Berlin, 15.09.2020 Berlin Deutschland *** Informing the Federal Government on Corona Vaccines at the Federal
Klaus Cichutek
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Zwar sei der Zeitpunkt Spekulation, "aber rechnen wir mal Ende diesen Jahres, mit Beginn des nächsten Jahres mit den ersten Zulassungen." Diese Einschätzung vertritt das Paul-Ehrlich-Institut - das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe - unverändert seit längerer Zeit.

Auch bei einer Zulassung von Impfstoffen zu diesem Zeitpunkt werde es noch mehrere Monate dauern, bis in Deutschland ein Impfstoff flächendeckend zu Verfügung stehe. Dann sei es Aufgabe des Robert Koch-Instituts, für Deutschland zu entscheiden, welche Bevölkerungsgruppen zuerst geimpft werden sollten.

"Ich nehme an, dass noch einige Monate im nächsten Jahr ins Land gehen, bis wir von flächendeckender Verfügbarkeit reden. Weltweit kann das den größten Teil des nächsten Jahres, wenn nicht das gesamte nächste Jahr in Anspruch nehmen", so Cichutek.

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Keine Abstriche bei Sicherheit

Der Experte rechnet für Deutschland bei Corona mit einer großen Impf-Bereitschaft. "Ich glaube, dass die Menschen einen großen Bedarf an Impfstoffen sehen. Wir sehen das im Paul-Ehrlich-Institut daran, dass wir bereits beim Beginn erster klinischer Prüfungen sehr viele Anfragen hatten über Freiwillige, die gerne hätten teilnehmen wollen an den ersten klinischen Prüfungen."

Das Paul-Ehrlich-Institut stehe dafür, dass man bei der Zulassung des neuen Impfstoffs dieselbe Sorgfalt walten lasse wie sonst üblich: "Da werden keine Abstriche gemacht." Man werde bei der Zulassung erste Wirksamkeitsdaten haben, auch Informationen über mittelfristige Sicherheiten. Aber: "Wir haben natürlich kein vollständiges Bild. Das wird sich erst nach der Einführung der Impfung im breiten Maßstab dann ergeben. Deswegen ist es wahrscheinlich, dass wir zu einer Zulassung mit Auflagen greifen müssen, um dann weitere Daten noch während der Einführung der Impfung zu erheben."

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