Paukenschlag: Ferguson vor dem Rücktritt?

United-Coach Sir Alex Ferguson steht angeblich vor dem Rücktritt.
United-Coach Sir Alex Ferguson steht angeblich vor dem Rücktritt.
© Getty Images, Bongarts

08. Mai 2013 - 12:05 Uhr

Kurz bevor Manchester United am Sonntag um 17.00 Uhr gegen Swansea City spielt, wird Fußball-England den Atem anhalten und gebannt auf die Antwort einer Fragen warten: Bleibt oder geht er?

Die Rede ist nicht von einem Superstar oder Investor – nein, es ist viel schlimmer: Sir Alex Ferguson steht vor dem Rücktritt! Wie der für gewöhnlich gut informierte 'Daily Telegraph' berichtet, steht eine wichtige Erklärung über die Zukunft des 71-Jährigen kurz bevor. Bei einem Golfturnier zwischen Trainerteam und einigen Spielern soll Ferguson am Dienstagnachmittag bereits erklärt haben, dass er in den wohl verdienten Ruhestand geht.

Nach dem Gewinn seiner 13. Meisterschaft mit Manchester United, wo Ferguson seit 1986 das Zepter schwingt, machte es vor eineinhalb Wochen noch den Eindruck, als würde Ferguson bleiben. Weil "eine Menge Jugend in diesem Team vorhanden ist, gibt es keinen Grund, warum wir nicht weitermachen und nächstes Jahr noch besser sein können", waren die Worte des Schotten, den er am Wochenende vor dem Spiel gegen den FC Chelsea noch Nachdruck verlieh: "Ich habe mit Sicherheit keinerlei Pläne, im Moment zu gehen. Der Titelgewinn ist nichts anderes als der Beginn einer neuen Dekade des Erfolgs."

Was für einen Rückzug von der großen Fußball-Bühne spricht: Ferguson plagt sich immer mehr mit gesundheitlichen Problemen herum. Seit neun Jahren trägt er einen Herzschrittmacher, dazu litt er wieder und wieder an Nasenbluten. Im Sommer wird sich 'Mr. ManUnited' einer Operation an der Hüfte unterziehen. Weil der Eingriff nach der dreiwöchigen Asienreise unternommen wird, droht Ferguson den Saisonstart der 'Red Devils' zu verpassen.

Folgt Mourinho auf Ferguson?

Deshalb hatte 'Fergie', wie er in England liebevoll genannt wird, seine Zukunft in der Vergangenheit von seiner Gesundheit abhängig gemacht. Nur wenn er sich fit genug fühle, werde er die Titeljagd mit ManUnited fortsetzen. Neben den 13 Meisterschaften führte er den Traditionsverein zu fünf Erfolgen im nationalen Pokal, in den Jahren 1999 und 2008 gewann Ferguson mit Manchester die Champions League.

Kaum hatte die Meldung die Runde gemacht, da werden die Nachfolger gehandelt. Dabei kursiert vor allem der Name Jose Mourinho in den englischen Blättern. Der Real-Trainer macht keinen Hehl daraus, liebend gern in die Premier League zurückkehren zu wollen, galt aber eigentlich als heißer Kandidat auf den Trainerposten beim FC Chelsea. Dem 'Daily Telegraph' zufolge soll Mourinho mit Ryan Giggs eine ManUnited-Legende an die Seite gestellt werden.

Zudem berichtet das Blatt aber auch von den auffälligen Entwicklungen in den englischen Wettbüros: Am Dienstagmorgen habe es ungewöhnlich hohe Einsätze darauf gegeben, dass Everton-Coach David Moyes ab der kommenden Saison in Old Trafford den Platz von Ferguson einnimmt. Die Buchhalter gingen von Insiderinformationen aus und nahmen die Wette schnell wieder aus dem Programm. Spekulationen über Spekulationen – dabei hat sich Ferguson noch gar nicht zu seiner Zukunft geäußert.