'Patriot'-Raketen-Einsatz: Erste Bundeswehrsoldaten in der Türkei eingetroffen

02. März 2013 - 14:49 Uhr

Verteidigung gegen Syrien

Das erste Kontingent von Bundeswehrsoldaten ist in der Türkei eingetroffen, um die Stationierung von 'Patriot'-Abwehrraketen vorzubereiten. Ein Vorauskommando mit 20 Spezialisten und Unterstützungskräften ist zusammen mit rund 30 niederländischen Soldaten auf dem südtürkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik bei Adana gelandet. Das berichtete ein Bundeswehrsprecher. Das militärische Transportflugzeug war von Eindhoven aus aufgebrochen.

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Das erste Kontingent von Bundeswehrsoldaten ist in der Türkei eingetroffen.
© dpa, Evert-Jan Daniels

Unterdessen verlud die Bundeswehr im Hafen von Lübeck-Travemünde zudem ihre Ausrüstung für den Einsatz von 'Patriot'-Raketenabwehrsystemen in der Türkei. Die gecharterte dänische Fähre 'Suecia Seaways' soll die rund 300 Fahrzeuge und 130 Container mit militärischer Ausrüstung in die türkische Hafenstadt Iskenderun bringen. Das Schiff hat allerdings noch keine 'Patriot'-Flugkörper an Bord. "Die werden aus Sicherheitsgründen erst in einem anderen Hafen an Bord gebracht", sagte der stellvertretende Kommandeur des Logistischen Zentrums des Bundeswehr, Oberst Klaus-Dieter Cohrs. Die Ausrüstung kommt voraussichtlich am 21. Januar im Einsatzgebiet an.

Insgesamt 350 deutsche Soldaten im Einsatz

"Der Einsatz ist ein deutliches Signal für die Solidarität innerhalb der Nato", sagte der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Rainer Glatz, bei der Verabschiedung des Vorauskommandos. "Wir haben die Solidarität der Nato im Kalten Krieg erfahren, und jetzt können wir diese auch der Türkei geben."

Die Bundeswehr soll den Nato-Partner zusammen mit den Niederlanden und den USA vor Angriffen aus Syrien schützen. Der Einsatz ist rein defensiv ausgerichtet. Zur Durchsetzung einer Flugverbotszone über Syrien dürfen die Abwehrraketen beispielsweise nicht eingesetzt werden.

Der Bundestag hatte Mitte Dezember die Entsendung der Waffensysteme mit großer Mehrheit beschlossen. Das Mandat ist zunächst bis Februar 2014 begrenzt. Die Kosten beziffert die Bundesregierung auf etwa 25 Millionen Euro.

In der kommenden Woche sollen weitere deutsche Soldaten in die Türkei aufbrechen. Insgesamt wird die Bundeswehr dann mit bis zu 350 Soldaten vor Ort sein.