Nach Verschwendungs-Vorwürfen

Patricia Schlesinger: Rücktritt auch als RBB-Chefin

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) gibt den ARD-Vorsitz ab. Grund sind die Vorwuerfe der Vetternwirtschaft gegen  Intendantin Patricia Schlesinger (Foto vom 07.11.2019). "Die oeffentliche Diskussion um in meinen Verantwortungsbereich fallende Ents
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hl, epd, Christian Ditsch

Vetternwirtschaft und Verschwendung lauten die Vorwürfe, die seit Wochen gegen Patricia Schlesinger erhoben werden. Am Ende wurde der Druck zu groß: Nach ihrem Rücktritt vom ARD-Vorsitz ist die nun auch als Chefin des RBB zurückgetreten. Zuvor war der Rundfunkrat des Senders zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Die Aufarbeitung der Causa wird noch lange dauern.

Patricia Schlesinger gibt Posten als RBB-Chefin auf

Schlesinger sagte in der Mitteilung: Ihre Verantwortung gelte dem RBB und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Aktuell steht nicht mehr die journalistische und publizistische Leistung des Senders im Vordergrund, sondern es geht nur um mögliche und angebliche Verfehlungen der Intendantin. Das bedauere ich sehr und ich entschuldige mich bei den Beschäftigten des rbb für diese Entwicklung“.

Aus der brandenburgischen Politik hatte es zuvor Rücktrittsforderungen gegen sie als RBB-Chefin gegeben. Der RBB-Personalrat äußerte im Intranet seinen Unmut über den Verlauf der Aufklärung. Zudem kamen am Sonntag in mehreren Medienberichten neue Details zu den Vorwürfen auf. Am Montag will sich der Rundfunkrat zu einer Sondersitzung treffen. Diese war bereits vor dem Rücktritt angekündigt worden.

Schlesinger bestreitet Vorwürfe

Seit Wochen gibt es ungeklärte Vorwürfe gegen Schlesinger - von fragwürdigen Beraterverträgen, einer großen Gehaltserhöhung, Essen mit „Multiplikatoren“ auf RBB-Kosten in der Privatwohnung bis hin zu einem Dienstwagen mit Massagesitzen. Schlesinger selbst weist die Vorwürfe zurück, es gilt die Unschuldsvermutung. Am Donnerstag war die 61-Jährige mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt als ARD-Vorsitzende zurückgetreten.

In der Mitteilung vom Sonntag sprach sie von „persönlichen Anwürfen und Diffamierungen“. Derzeit läuft die externe Untersuchung. Dafür wurde auch ein Whistleblower-System im Sender eingerichtet. Ergebnisse werden aber erst in einigen Wochen erwartet (dpa / sbl)