Wegen Corona viele Kurzzeitpflegeplätze nicht verfügbar

Patientenschützer warnen vor Problemen für Pflegebedürftige

Pflege
© dpa, Jens Kalaene

22. Mai 2020 - 7:56 Uhr

Viele Plätze in der Kurzzeit- und Tagespflege nicht verfügbar

Patientenschützer warnen trotz allgemeiner Lockerungen von Corona-Beschränkungen vor anhaltenden Problemen für Pflegebedürftige. Viele der 93.000 Tagespflegeplätze und 220.000 Angebote der Kurzzeit- und Verhinderungspflege seien wegen Corona nicht verfügbar, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ein schmerzlicher Verlust."

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"Die Hilfesuchenden alleingelassen"

Inzwischen öffnen zwar einige Einrichtungen, für den Großteil der Betroffenen ändere sich aber nichts. Wann es endlich so weit ist, sei nicht absehbar. "Während Restaurants und Geschäfte wieder öffnen, werden die Hilfesuchenden alleingelassen", sagte Brysch.

Hinzu komme, dass es keine transparente Übersicht über die aktuelle Verfügbarkeit von Angeboten gebe. "Was in jedem Buchungsportal heute möglich ist, funktioniert bei der Suche nach Pflegeangeboten nicht." Weder könne bei einschlägigen Portalen der gewünschte Zeitraum eingegeben werden, noch seien verfügbare Plätze zu ermitteln.

Patientenschützer: Jens Spahn muss nachbessern

Der Patientenschützer monierte zudem: "Während Pflegeheime bis Ende September Ausfallgeld für Tages- und Kurzzeitpflege bekommen, gehen die Pflegebedürftigen leer aus." Hier müsse Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nachbessern. Nicht in Anspruch genommenes Budget sei direkt an die Pflegebedürftigen auszuzahlen. "Das macht allein für die Kurzzeitpflege bis zu 3224 Euro im Jahr pro Pflegebedürftigem."

Bei Kurzzeitpflege geht es um einen befristeten Heim-Aufenthalt, auf den Pflegebedürftige etwa nach einer Klinik-Behandlung angewiesen sein können - oder wenn eine Pflege zu Hause zeitweise nicht geht.

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