Razzien in mehreren Bundesländern

"Pate der Passfälscher": Verdächtiger in Niedersachsen festgenommen

Archiv: Polizeifahrzeuge stehen bei einer Razzia vor einem Haus.
Razzia gegen Schleuserkriminalität
adl wst, dpa, Annette Riedl

Groß angelegte Polizei-Aktion mit drei Festnahmen

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hannover wurde in insgesamt fünf Bundesländern gegen Schleuserkriminalität und gewerbsmäßige Urkundenfälschung ermittelt. Und das mit Erfolg: So soll einer der Festgenommenen eine echte Größe in der Passfälscher-Szene sein.

Razzien der Bundespolizei sind erfolgreich

Der Umfang des Einsatz liest sich spektakulär: Die Bundespolizei rückt mit 530 Einsatzkräften an und durchsucht neben verdächtigen Gaststätten und Betrieben auch 26 Wohnungen. Die Bundesländer Hamburg, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen stehen im Fokus der Ermittler. Und sie werden fündig. Denn hinter einem der drei vollstreckten Haftbefehle scheint sich eine echte Passfälscher-Größe zu verbergen. Ein 65-jähriger Kosovare, der zuletzt in Schneverdingen in der Lüneburger Heide wohnte, soll jahrelang Dokumente für Schwerkriminelle gefälscht haben.

Pass-Vermittler täuscht mit besonderem Trick

Und dafür hat er offenbar eine ganz bestimmte Methode perfektioniert. Denn dem Verdächtigen wird vorgeworfen, die echten Pässe seiner Kunden mit gefälschten Grenzkontrollstempeln versehen zu haben. Somit konnten die Betrüger, die vor allem aus Albanien stammen sollen, unbemerkt länger in Deutschland bleiben und ihre kriminellen Geschäfte in Ruhe abwickeln. Für diesen illegalen Freipass nach Deutschland verlangte der 65-Jährige jeweils mehrere Hundert Euro. Die Stempel sowie verschiedene Arbeitsmittel und gefälschte Dokumente wurden als Beweismittel sichergestellt.