US-Präsident soll ein extrem schwaches Passwort gehabt haben

Passwort "maga2020!" - Hacker von Trumps Twitter-Account wird nicht bestraft

Donald Trump wählte für seinen Twitter-Account offenbar ein extrem schwaches Passwort.
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18. Dezember 2020 - 15:14 Uhr

Passwort laut Ermittlern wirklich erraten

Welches Passwort für Ihren Twitter-Account würden Sie wählen, wenn Sie der amerikanische Präsident wären und bei dem Dienst 88,6 Millionen Follower hätten? Im Fall von Donald Trump lautete der Login wohl tatsächlich "maga2020!", also die Abkürzung für seinen Wahlkampfslogan "Make America Great Again 2020!" Ganze fünf Versuche soll der "ethische Hacker" Victor Gevers gebraucht haben, um das Twitter-Passwort des mächtigsten Mannes der Welt zu erraten. Das Weiße Haus und Twitter bestritten das. Niederländische Ermittler kommen jetzt zu dem Ergebnis, dass Gevers wirklich das Passwort erraten hatte – und sich damit nicht strafbar gemacht hat.

Trumps Team reagierte nicht

Die Behauptungen Gevers im Oktober hätten das "Team High Tech Crime" der Polizei überzeugt, wie das niederländische Openbaar Ministerie mit, das mit einer Generalstaatsanwaltschaft vergleichbar ist. "Die Absichten und das Verhalten des niederländischen Hackers wurden von der Staatsanwaltschaft untersucht und getestet. Der OM geht davon aus, dass der Hacker tatsächlich in Trumps Twitter-Account eingedrungen ist", heißt es in einer Pressemeldung.

Somit hätte Gevers nicht nur Zugriff aufs Trumps Direktnachrichten gehabt, sondern auch im Namen des US-Präsidenten twittern können. Dies tat der Aktivist jedoch nicht, sondern legte einen Screenshot vor, der jedoch nicht als Beweis akzeptiert wurde. Strafbar gemacht haben soll er sich nicht, da das Vorgehen dem eines "ethischen Hackers" entsprochen haben soll. Der US-Präsident hatte laut Victor Gevers nicht einmal eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Der Niederländer hatte angegeben, routinemäßig wichtige Twitter-Konten auf Schwachstellen zu prüfen und die Inhaber gegebenfalls zu warnen. Er habe vergeblich versucht, Trump und sein Team zu alarmieren und sich dann an die US-Behörden gewandt.

Tipps, wie man sein Online-Konto vor Hacker-Angriffen schützt, gibt es hier:

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