Idee des Innenministeriums zur Sicherheit

Passfotos bald nur noch im Amt möglich?

Das Innenministerium will, dass Passfotos künftig nur noch in der zuständigen Behörde gemacht werden können.
Das Innenministerium will, dass Passfotos künftig nur noch in der zuständigen Behörde gemacht werden können.
© dpa, Tim Brakemeier

07. Januar 2020 - 18:53 Uhr

Fotos sollen in Gegenwart eines Mitarbeiters gemacht werden

Wer einen neuen Pass oder Personalausweis beantragt, muss das Foto nach dem Willen des Bundesinnenministeriums künftig direkt bei der zuständigen Behörde machen lassen. Warum? So soll verhindert werden, dass Pässe gefälscht werden können.

Das Lichtbild sei "in Gegenwart eines Mitarbeiters" aufzunehmen und "elektronisch zu erfassen", heißt es in einem Gesetzes-Entwurf. Geplant sind SB-Terminals bei den insgesamt 5.500 Pass- und Ausweisbehörden in Deutschland.

Das Ministerium habe Sorge vor Bildmanipulationen durch so genanntes Morphing. Dabei werden mehrere Fotos zum Bild eines einzigen Gesichts verschmolzen. "Ist ein auf dem Pass enthaltenes Lichtbild auf diese Weise manipuliert, kann nicht nur der Passinhaber, sondern unter Umständen auch eine dritte Person, deren Gesichtszüge im Passbild enthalten sind, den Pass zum Grenzübertritt nutzen", heißt es im Entwurf. Es sei nötig, die Dokumente fälschungssicher zu gestalten, damit deutsche Bürger auch in Zukunft visafrei in die meisten Staaten reisen könnten, argumentiert das Ministerium.

Fotohändler beschweren sich bei Seehofer

Die Pläne stoßen bei Fotohändlern auf wenig Freude – sie befürchten Umsatzeinbrüche.  "Da die Fotohändler mit der Erstellung der Passbilder nicht nur den höchsten Deckungsbeitrag erzielen, sondern dieser Service auch maßgeblich für Kundenfrequenz in den Geschäften sorgt, würde dieser Plan Millionenumsätze im Handel vernichten", schrieben der Präsident des Handelsverband Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, und der Vorsitzende des Bundesverbands Technik des Einzelhandels (BVT), Frank Schipper, in einem Brief an Innenminister Horst Seehofer (CSU).

Betroffene Verbände haben noch bis Ende des Monats Zeit für eine Stellungnahme. Danach berät die Bundesregierung intern, bevor sie einen Kabinettsbeschluss fasst. Die Neuerungen sollen nach einer Übergangszeit von zwei Jahren in Kraft treten - falls Bundestag und Bundesrat innerhalb der kommenden Monate zustimmen, also ungefähr im Sommer 2022.