Parlamentswahlen in der Ukraine: Klitschkos schwerster Kampf

10. Februar 2016 - 18:57 Uhr

Timoschenko durfte nicht kandidieren

In der Ukraine wird heute ein neues Parlament gewählt. Nach einem erbittert geführten Wahlkampf sind die Wahllokale für die rund 36,6 Millionen Wähler geöffnet. Die prowestliche Opposition um Boxweltmeister Vitali Klitschko und die inhaftierte Julia Timoschenko will heute die Regierung von Präsident Viktor Janukowitsch ablösen. Timoschenko darf wegen einer umstrittenen siebenjährigen Gefängnisstrafe nicht kandidieren.

Klitschko
Jahrelang hat er seine Gegner im Ring besiegt. Jetzt will Vitali Klischko der ukrainischen Regierung den K.O. verpassen.
© dpa, Andreas Stein

Die Wahllokale im zweitgrößten Flächenstaat Europas schließen um 19.00 Uhr MEZ. Danach werden erste Prognosen erwartet. Letzte Umfragen sahen die Regierungskoalition knapp vorne. Die Abstimmung gilt auch als Richtungswahl über den künftigen Kurs der ehemaligen Sowjetrepublik zwischen der Europäischen Union und Russland.

Unterstützung vom Bruder

Unterstützung bekommt Vitali Klitschko von seinem Bruder Wladimir (36), der an seinem trainingsfreien Sonntag seine Stimme für ihn abgab. Wladimir, der sich derzeit beim Stanglwirt in Tirol auf seine Titelverteidigung gegen den Polen Mariusz Wach am 10. November in Hamburg vorbereitet, reiste dafür extra nach München ins ukrainische Konsulat.

"Ich habe Vitalis politische Mission schon mit vielen Wahlkampfauftritten unterstützt", sagte er, der selbst keiner Partei angehört, aber den Reform-Weg seines Bruders unterstützt: "Politik ist ein schwieriges, in der Ukraine sogar gefährliches und zumeist korruptes Geschäft."