Parlamentswahl: Wer macht das Rennen um Europa?

28. Mai 2014 - 19:19 Uhr

Wohl höhere Beteiligung in Deutschland als 2009

Bei der Europawahl zeichnet sich in Deutschland eine höhere Beteiligung ab als vor fünf Jahren. Bis 14.00 Uhr gaben 25,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie der Bundeswahlleiter mitteilte. 2009 lag die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 20,2 Prozent. Am Ende betrug sie 43,3 Prozent. In Deutschland können bis 18.00 Uhr rund 64,4 Millionen Menschen abstimmen: 61,4 Millionen Deutsche und fast drei Millionen Bürger anderer EU-Länder. Insgesamt sind in den 28 Mitgliedstaaten rund 400 Millionen Menschen dazu aufgerufen, die 751 Abgeordneten in der Straßburger EU-Volksvertretung neu zu bestimmen.

Wahl zum Europaparlament
Die Wahl zum Europaparlament geht in die letzte Runde.
© dpa, Kay Nietfeld

In Deutschland gibt es bereits um 18.00 Uhr Prognosen und wenig später auch Hochrechnungen. Mit 96 Parlamentariern entsendet Deutschland die größte Gruppe nach Straßburg. In der Bundesrepublik treten 25 Parteien und sonstige politische Vereinigungen zur Europawahl an. 2009 rangierten in Deutschland CDU und CSU mit 37,9 Prozent weit vor der SPD (20,8). Die nun auf Bundesebene in einer großen Koalition verbündeten Parteien liegen nach Umfragen diesmal näher beieinander. Die AfD könnte auf sieben Prozent kommen, die FDP dürfte klar unter fünf Prozent liegen. Anders als bei der Bundestagswahl und Landtagswahlen gibt es bei der Europawahl aber keine Prozent-Hürde.

Offizielle europaweite Ergebnisse dürfen erst am späten Abend bekanntgegeben werden – nach Schließung der letzten Wahllokale in Italien um 23 Uhr.

Wie schneiden die Rechten in Europa ab?

Bei dieser Wahl gibt es ein Novum: Die Parteienblöcke schickten erstmals für den wichtigen Posten des EU-Kommissionschefs europaweite Spitzenkandidaten ins Rennen. Für die Konservativen, zu denen CDU/CSU gehören, tritt der frühere Luxemburger Premier Jean-Claude Juncker an, für die Sozialisten der Präsident des Europaparlaments, der Deutsche Martin Schulz (SPD). Mit Spannung wird zudem das Abschneiden rechtsextremer, populistischer und euroskeptischer Parteien erwartet. Erste Trends ließen befürchten, dass die Wahlbeteiligung dieses Mal EU-weit womöglich geringer ausfallen könnte als vor fünf Jahren.

In einem weitgehend spannungsfreien Europawahlkampf hatte Kanzlerin Merkel (CDU) mit ihrer Warnung vor einer europäischen "Sozialunion" zuletzt Populismus-Vorwürfe auf sich gezogen – ihr gehe es um Stimmen potenzieller AfD-Wähler. In den Niederlanden hatte der Rechtspopulist und Europaskeptiker Geert Wilders am Donnerstag überraschend eine klare Schlappe erlitten. Einen ähnlichen Trend für proeuropäische Kräfte sagte für Tschechien eine erste - jedoch nicht repräsentative - Wählerbefragung der Zeitung 'MF Dnes' voraus. In Großbritannien schien sich dagegen ein deutlicher Stimmenzuwachs für die rechtspopulistische Unabhängigkeitspartei UKIP abzuzeichnen, die einen Austritt aus der EU anstrebt.