Paris: Student plante Anschläge auf Kirchen

23. April 2015 - 8:18 Uhr

Polizei kommt dem 24-Jährigen zufällig auf die Spur

Ein Student soll in Frankreich einen Terroranschlag auf ein oder zwei Kirchen geplant haben. Das Attentat habe unmittelbar bevorgestanden, sagte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve. Der 24-Jährige wurde bereits am Sonntag in Paris festgenommen - die Polizei kam ihm nach französischen Medienberichten eher durch Zufall auf die Spur.

Der französische Innnenminister Bernard Cazeneuve
Der französische Innnenminister Bernard Cazeneuve gibt bekannt, dass ein Student Anschläge auf Kirchen unmittelbar geplant hat.
© dpa, Yoan Valat

Die Polizei hatte Hinweise bekommen, dass er nach Syrien reisen wollte, um dort in die Reihen der Dschihadisten zu treten. Im Auto und in der Wohnung des Mannes im Südosten der französischen Hauptstadt stießen die Ermittler auf ein Arsenal mehrerer Kriegswaffen, Munition und schusssichere Westen. "Außerdem wurden Unterlagen gefunden, die unzweideutig belegen, dass die Person die unmittelbare Ausführung eines Attentats plante, vermutlich gegen eine oder zwei Kirchen", sagte Cazeneuve.

Der Student hat sich mit einer weiteren Person über Attentatspläne ausgetauscht. Dies habe die Auswertung von Handys und Computern ergeben, sagte Staatsanwalt François Molins am Mittwoch in Paris. Der Gesprächspartner habe den 24-Jährigen explizit aufgefordert, eine Kirche ins Visier zu nehmen. Der Mann könne sich in Syrien befinden.

Der Verdächtige soll zudem an der Ermordung einer 32-jährigen Frau beteiligt sein, die am Sonntag tot in einem Auto in Villejuif bei Paris gefunden wurde. Der Zusammenhang ist noch unklar - die Frau aus Nordfrankreich war am Vorabend in die Pariser Region gekommen, um dort ein Praktikum zu machen.

Nach übereinstimmenden Berichten französischer Medien hatte der Mann am Sonntagmorgen selbst den Notruf gewählt, weil er eine Schussverletzung am Bein hatte. Daraufhin seien Polizisten den Blutspuren bis zum Wagen des Mannes gefolgt, hieß es unter Berufung auf Polizeikreise weiter.

Der Minister sagte, der 24-Jährige sei 2014 und 2015 zweimal von den Behörden überprüft wurden, dabei hätten sich allerdings keine Beweise für ein Ermittlungsverfahren gefunden.