Bericht über Festnahme in Paris

Messer-Attacke vor ehemaligem Gebäude von „Charlie Hebdo” - Mehrere Verletzte

Vier Verletzte nach Messer-Attacke nahe Charlie-Hebdo-Redaktion in Paris
© Reuters

25. September 2020 - 15:04 Uhr

Paris: Angreifer nach Messer-Attacke offenbar festgenommen

Vor dem ehemaligen Gebäude der französischen Satirenzeitschrift "Charlie Hebdo" in Paris sind nach einer Messerattacke am Freitag mindestens vier Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwer, wie Frankreichs Premierminister Jean Castex mitteilte. Ein Angreifer sei von der Polizei festgenommen worden. Es soll sich um einen Einzeltäter handeln, zuvor war von zwei mutmaßlichen Angreifer die Rede.

Polizeieinsatz nahe „Charlie Hebdo”-Gebäude

Die Pariser Polizei forderte die Bevölkerung dazu auf, den Bereich im elften Arrondissement der Hauptstadt zu meiden. Die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar. Castex erklärte, dass eine Krisensitzung einberufen worden sei. Der Vorfall ereignete sich am Freitagmittag in der Nähe der ehemaligen Redaktionsräume des Satiremagazins "Charlie Hebdo", so Castex.

Angreifer soll mindestens drei Menschen mit Messer verletzt haben

Der Terrorismusprozess um den blutigen islamistischen Anschlag auf "Charlie Hebdo" läuft seit Monatsbeginn in Paris. Angeklagt sind 14 Menschen. Bei der mehrtägigen Anschlagsserie waren im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet worden waren. Die Anschläge trafen nicht nur die Redaktion von "Charlie Hebdo", sondern auch einen koscheren Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, in unterschiedlicher Weise bei der Vorbereitung der Anschläge geholfen sowie einer terroristischen Vereinigung angehört zu haben. In den meisten Fällen drohen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Beschuldigte sollen beispielsweise Waffen besorgt oder eine Unterkunft zur Verfügung gestellt haben. "Charlie Hebdo" hatte zuletzt erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht und ist daraufhin wieder bedroht worden.