Neuer Quertunnel soll endlich zu dem Jungen führen

Parallel-Schacht fertig - wann können die Retter Julen (2) bergen?

22. Januar 2019 - 14:13 Uhr

Kann er noch lebend gefunden werden?

Seit über einer Woche bangen Eltern, Retter vor Ort und die Behörden um den kleinen Julen (2), der in einen über 100 Meter tiefen Schacht in der Nähe von Málaga gefallen ist. Ständig behinderten neue Probleme die Rettungsarbeiten, Pläne mussten verworfen, neues Material herangeschafft werden. Jetzt gibt es endlich gute Nachrichten aus Spanien: Der Parallel-Schacht, über den der kleine Junge erreicht werden soll, ist fertig. Die Retter müssen jetzt allerdings noch einen horizontalen Verbindungstunnel zu dem Schacht graben, in dem Julen steckt. Und auch hier gibt es neue Probleme. Wann kann er endlich geborgen werden?

Experten kritisieren Bergungsarbeiten

Nach RTL-Informationen muss der Rettungsschacht, der parallel zu dem verläuft, in dem Julen gefangen ist, jetzt noch von innen ausgekleidet werden. Erst dann können erfahrene Minenarbeiter damit beginnen, sich auf horizontalem Wege langsam zu Julen durchzugraben. Doch auch hier gibt es neue Probleme: Der Paralleltunnel wurde zu schmal gebohrt. Deshalb passt die Auskleidung nicht in den Tunnel, der jetzt erst mal angepasst werden muss. Auch das könnte zu weiteren Verzögerungen führen. Wenn das abgeschlossen ist und die Arbeiter dann mit dem rettenden, finalen Zugang beginnen können, kann es noch mal bis zu 24 Stunden dauern, bis sie das Kind erreichen.

Die Hoffnung, den kleinen Jungen noch lebend finden zu können, schwindet daher weiter. Mediziner Christoph Specht hat eine klare Antwort auf Frage, ob Julen überhaupt noch am Leben ist: "Ehrlich gesagt, nein", sagte er auf RTL-Anfrage.

Experten kritisieren das Vorgehen der Retter

Seit Tagen kritisieren Experten die Organisation und Abläufe der Rettungsaktion. Von "absolutem Chaos" und falschem Material wird berichtet. Der Zeitplan wurde immer wieder korrigiert, ständig gab es neue Schwierigkeiten, die die Retter aufhielten.

Die Behörden weisen die Kritik zurück. Es gebe für den Fall des kleinen Julen, der bereits seit über einer Woche in einem illegal gebohrten Brunnenschacht verschüttet ist, keinerlei Erfahrungswerte. Daher habe man improvisieren müssen. Auch die Rettungskräfte vor Ort verteidigen ihren Einsatz: "Es ist ein eingespieltes Team. Sie wollen weitermachen, alle arbeiten hart und alle wollen diesen Einsatz bestmöglich beenden", sagte ein Feuerwehrmann.