Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche

Papst Franziskus ruft zur Missbrauchskonferenz auf

18. Februar 2019 - 22:08 Uhr

Gipfel findet im Vatikan statt

Vertrauen, Liebe, Mitgefühl - das ist es, was Priester der katholische Kirche Sonntags in der Heiligen Messe predigen. Doch genau das ist, woran es den Funktionären selbst mangelt. In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Missbrauchsfälle bei den Katholiken bekannt. Jetzt hat Papst Franziskus die Reißleine gezogen und für Donnerstag eine Anti-Missbrauchskonferenz einberufen.

Papst sprach vor Konferenz zu Gläubigen

Es ist ein wichtiger Termin für alle, die der katholischen Kirche zum Opfer gefallen sind. Viele von ihnen waren schon am Montag nach Rom gepilgert, um dann am Donnerstag den von Franziskus einberufenen Gipfel "zum Schutz von Minderjährigen" zu verfolgen. Schon vor Beginn der Konferenz wandte sich das Oberhaupt der katholischen Kirche an die Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten. "Ich bitte, für dieses Treffen zu beten, das ich gewollt habe als Akt großer pastoraler Verantwortung, angesichts einer dringenden Herausforderung unserer Zeit", verkündete er.

Schon letzte Woche hatte der Papst ein Zeichen gesetzt. Er entließ den Erzbischof von Washington, Theodor McCarrick, aus dem Priesteramt. Der Grund: Sexuelles Fehlverhalten im Umgang mit Minderjährigen.

Die Zeit des Leugnens ist vorbei

Drastischer ist in der Neuzeit noch nie ein Kirchenführer degradiert worden. Wollte man kurz vor der Konferenz vielleicht ein Exempel statuieren? Die Zeit des Leugnens scheint jedenfalls vorbei zu sein. Bereits vor Wochen trug der Papst allen Chefs der Bischofskonferenzen auf, sich vor dem Gipfeln mit Opfern sexueller Gewalt zu treffen. Eines dieser Opfer ist Denise Buchanan. Als junges Mädchen wurde sie von einem Priester vergewaltigt und wurde schwanger. Im Video erzählt die Frau, was dann geschehen ist.