Was wäre dann bloß mit "Bauer sucht Frau"?

Papst Franziskus reagiert allergisch auf Adjektive

Papst Franziskus mag keine Adjektive
© dpa, Evandro Inetti, zeus mlh nwi

25. September 2019 - 22:11 Uhr

Nie wieder "sanfte Schweinebauern"?

Adjektive haben es bei Journalisten nicht leicht. "Bevor Sie ein Adjektiv hinschreiben, kommen Sie zu mir in den dritten Stock und fragen, ob es nötig ist", soll der französische Zeitungsverleger Georges Clemenceau seinen Mitarbeitern geraten haben. Er starb 1929. 90 Jahre danach äußert Papst Franziskus ein ähnliches Anliegen: Weniger Adjektive, bitte. Das Oberhaupt der Katholischen Kirche teilte auch mit, wie Kommunikation sein sollte.

Moderationen aus der Hölle

Ein Fan von "Bauer sucht Frau" dürfte der Papst wohl nicht sein. Wenn Inka Bause von sanften Schweinebauern, schüchternen Schwaben oder munteren Milchbauern spricht, dürfte das dem Kirchen-Oberhaupt wohl nicht gefallen. Oder auch die "Schwiegertochter gesucht"-Schwadronierungen von Vera Int-Veen: "Nette Netzwerker", "schwungvolle Sausen" oder "gefühlvolle Geflügelzüchter" - für den 82-Jährigen wohl Moderationen aus der Hölle.

"Wir sind in einer Kultur der Adjektive und Adverbien geraten und haben die Stärke der Substantive vergessen", soll Franziskus seinem Kommunikations-Team mitgeteilt haben, berichtet der "Guardian". ​

"Nach der ersten Seite eingeschlafen"

Vor allem beim Begriff "Christen" nerve Franziskus der Zusatz "authentisch". Wer etwas mitzuteilen habe, müsse den Menschen klarmachen, dass Hauptwörter die Realität widerspiegeln. Dies sei eine Aufgabe der Kommunikation.

Wie wichtig ihm diese ist, habe er gleich zu Anfang seiner Rede klargemacht: "Ich habe eine Ansprache zu halten. Sie ist nur sieben Seiten lang. Aber ich bin sicher, dass die meisten von Ihnen nach der ersten Seite eingeschlafen sein werden", sagte er demnach. Und fügte später hinzu: "Für die Kirche ist Kommunikation eine Mission. Keine Anstrengung ist zu groß, um Gottes Wort zu verbreiten. Gleichzeitig muss jedes Talent gut eingesetzt werden, damit es Früchte trägt."

"Lasst uns aufhören, Adjektive zu benutzen"

Und wie soll Kommunikation dann sein? Von werben halte er nichts, sagte der Franziskus. "Ihr dürft nicht handeln wie die menschliche Wirtschaft, die versucht, mehr Menschen anzuziehen." Es sei nicht christlich, zu bekehren.

Sein Kommunikations-Team vermittelte später via Twitter die neue Botschaft des Papstes: "Lasst uns lernen, Leute bei ihrem Namen zu nennen, wie es der Herr mit uns tut, und lasst uns aufhören, Adjektive zu benutzen."