Hitler-Vergleiche und eine Spaltung der Kirche

Papst Franziskus: "Fremdenfeindlichkeit ist eine Krankheit"

© dpa, Alessandra Tarantino, jga

11. September 2019 - 7:13 Uhr

In die Zeit des Nationalsozialismus zurückversetzt

Papst Franziskus findet auf seiner "Fliegenden Pressekonferenz" auf dem Rückweg von seiner Afrikareise klare Worte zum Thema Fremdenfeindlichkeit. Er fühle sich manchmal in die Zeit des Nationalsozialismus zurückversetzt: "Manchmal höre ich an einigen Orten Reden, die denen von Hitler 1934 ähneln. Als gebe es in Europa einen Gedanken, (in diese Zeit) zurückzukehren", so das Katholiken-Oberhaupt am Dienstag.

"Eine Krankheit, wie Masern"

Papst Franziskus nimmt das Thema Rassismus sehr ernst. Schon zum Welttag der Migranten und Flüchtigen 2019 forderte er die Bevölkerung dazu auf, Flüchtenden ihre Hilfe anzubieten. Fremdenfeindlichkeit kann er nicht akzeptieren: "Es ist eine Krankheit, die in ein Land eindringt [...] und wir bauen Mauern." Auch seinen Kritikern gegenüber, findet er klare Worte.

"Ich mag es nicht, wenn die Kritik unter dem Tisch bleibt: Sie lächeln dich an, dass du ihre Zähne siehst, und dann verpassen sie dir einen Dolchstoß von hinten", sagte er im Flieger. Auf die Frage eines Journalisten, ob er ein Schisma, also eine Spaltung der katholischen Kirche, in den USA befürchte, sagte Franziskus: "Ich habe keine Angst vor Schismen. Aber ich bete, dass sie nicht passieren." Immerhin würde das geistliche Heil von vielen Menschen auf dem Spiel stehen.