Papst Franziskus besucht Klagemauer und Holocaust-Gedenkstätte

Papst Franziskus hat am letzten Tag seiner Reise ins Heilige Land an der Klagemauer in Jerusalem gebetet. An der heute heiligsten Stätte für Juden verharrte er in stiller Einkehr und steckte einen Zettel in eine der Ritzen zwischen den Quadern. Für Juden ist dies ein Ort, der ihren historischen Anspruch auf das Land repräsentiert.

Anschließend legte Franziskus einen Kranz am Grab von Theodor Herzl nieder. Er ist der Begründer des modernen Zionismus und damit ein Symbol für die Rückkehr der Juden nach Israel. In palästinensischen Kreisen war diese Geste auf Kritik gestoßen. Zuvor hatte der Papst den wegen Aufrufen zur Gewalt umstrittenen Großmufti von Jerusalem getroffen, was in Israel missfiel.

Zudem besuchte er die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vasehm und betete dort für die Opfer der Shoa. In einer kurzen Ansprache nannte er den Holocaust eine "unermessliche Tragödie". "Vielleicht konnte nicht einmal der Vater (Gott) sich einen solchen Fall, einen solchen Abgrund vorstellen", sagte das Oberhaupt der Katholiken. "Niemals wieder, Herr, niemals wieder", rief er aus. Franziskus erinnerte daran, welchen Horror Menschen angerichtet hätten, die sich berufen fühlten, über das Gute und das Böse zu entscheiden. Vergebung durch Gott sei deshalb zur Rettung des Menschen notwendig. "Gib uns die Gnade, uns zu schämen für das, was zu tun wir als Menschen fähig gewesen sind", erbat der Papst. Er hatte zuvor kurz mit mehreren Holocaust-Überlebenden gesprochen.