Panne bei Tesla-Präsentation

Bruchsichere Scheibe zerspringt bei neuem „Cybertruck“

22. November 2019 - 11:06 Uhr

In 2,92 Sekunden von Null auf 100

Kantig, grau, mit riesigen Rädern – geht es nach Elon Musk, sieht so das Elektroauto der Zukunft aus. Der Chef des Elektroautoherstellers Tesla hat in Los Angeles seinen neuen Pickup vorgestellt, und der erinnert irgendwie mehr an einen Panzer oder Kampfjet als an ein Auto. Der futuristische "Cybertruck" soll bis zu 1,5 Tonnen transportieren können und dabei ganz schön flink sein. Laut Musk kann er in 2,92 Sekunden von Null auf 100 Stundenkilometer beschleunigen. Außerdem sollen die Scheiben des Monster-SUV bruchsicher sein. Doch die Demonstration geht dann so richtig nach hinten los - mehr im Video.

Mit dem Vorschlaghammer auf die Karosserie

Besonders robust ist der "Cybertruck" angeblich auch: Die Karosserie ist aus besonders hartem Stahl und auch die Fenster sollen unkaputtbar sein. Um das zu präsentieren, schlug Tesla-Chefdesigner Franz von Holzhausen vor dem versammelten Publikum zunächst mit einem Vorschlaghammer auf die Tür des Wagens ein. Die hielt stand – es gab nicht mal eine Delle.

Bruchsichere Scheiben reißen

Peinlich wurde es allerdings, als die Stabilität der Fenster demonstriert werden sollte. Der erste Versuch mit einer einzelnen Scheibe klappete noch: Sie hielt dem Einschlag stand. Doch als von Holzhausen eine Metallkugel gegen die montierten Scheiben im Auto schleuderte, riss sie. Beim zweiten Versuch an einem anderen Fenster sah es nicht besser aus, auch hier hinterließ die Kugel ein Einschlagloch. Musk konnte sich das nicht erklären. "Seltsam, dass es jetzt gebrochen ist, ich weiß nicht warum", sagte der Tesla-Chef. Schließlich habe man bei Tests schon ganz andere Dinge auf das Fensterglas geworfen – sogar eine Küchenspüle.

Cybertruck noch nicht zu kaufen

Bis es den "Cybertruck" zu kaufen gibt, werden aber sowieso noch ein paar Jahre vergehen. Dann wird das Auto für einen Preis ab 36.000 Euro angeboten. Wer die Top-Ausstattung des batteriebetriebenen Wagens mit einer Reichweite von über 800 Kilometer möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Umgerechnet 63.000 Dollar verlangt Tesla dafür. Pickups sind besonders in den USA beliebt und echte Geldbringer für die Autohersteller. Auch andere Hersteller wie Ford und General Motors wollen deshalb Elektro-Pickups produzieren.

Kiffen vor laufender Kamera

Tesla-Chef Musk ist aber sicherlich der schillerndste Vogel in der Branche. Er zeigt sich als Visionär, der mit seiner Raketenfirma SpaceX Touristen ins Weltall bringen will. Gleichzeitig ist er umstritten: Seine teils riskanten Geschäfte sorgen für Kontroversen und gegen Kritiker teilt er immer wieder heftig aus.

Erst in dieser Woche wurde bekannt, dass er sich vor Gericht verantworten muss, weil er einen Taucher, der die in einer thailändischen Höhle eingeschlossenen Jungen rettete, als Pädophilen bezeichnete. Und im vergangenen Jahr kiffte er in einem Interview vor laufender Kamera. Noch mehr von Musk dürften wir in den kommenden Jahren hören: Er hat vor kurzem angekündigt, eine Tesla-Fabrik in Brandenburg zu bauen.