Nach Kritik von Virologen

Gesundheitsminister Spahn wehrt sich gegen Vorwurf der Panikmache: "Kein Anlass für Endzeitstimmung"

19. September 2020 - 10:10 Uhr

Virologen fordern Strategiewechsel

Nach Wochen immer wieder steigender und fallender Corona-Fallzahlen haben Experten, unter anderem der Virologe Hendrik Streeck, einen Strategiewechsel im künftigen Umgang mit der Pandemie gefordert. Streeck hatte bemängelt, dass sich bei der Bewertung der Situation zu stark die reinen Infektionszahlen fixiert werde. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wies nun Vorwürfe zurück, dass die Politik in den vergangenen Wochen zu alarmistisch gehandelt habe. Welche Strategie der CDU-Politiker in der aktuellen Situation für angemessen hält, das erklärt er im Video.

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"Wenn jeden Tag Alarm ist, ist irgendwann gar kein Alarm mehr.“

Schüren Politiker die Angst der Bürger in der Corona-Pandemie, indem sie sich zu stark auf die Zahlen konzentrieren? Bundesgesundheitsminister Spahn sieht das anders: In einer Pressekonferenz am Freitagmorgen in Berlin erklärte er, man müsse wachsam bleiben, aber auch die aktuellen Zahlen ins Gesamtbild einordnen. Nicht nur die Zahl der Neuinfektionen sei wichtig, auch die der Verstorbenen sowie die Kapazitäten in Krankenhäusern seien wichtige Messwerte der aktuellen Lage. Es liege an allen, sich nicht nur auf die Zahlen zu konzentrieren, sondern auch das Gesamtbild im Auge zu behalten. "Wachsam sein, achtsam sein, aber nicht in Endzeitstimmung [verfallen] – da besteht nun wirklich kein Anlass für", sagte der CDU-Politiker und fügte hinzu: "Bei einem stimme ich ausdrücklich zu: Wenn jeden Tag Alarm ist, ist irgendwann gar kein Alarm mehr."

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Steigende Fallzahlen wegen geselliger Anlässe

Trotzdem mahnte der Gesundheitsminister die Bürger zur Vorsicht: "Wir sehen jetzt wieder verstärktes Infektionsgeschehen in Deutschland", sagte er. Wenn man sich die Karte anschaue, so Spahn, falle auf, dass die Fallzahlen vor allem auf gesellige Anlässe wie Partys, Hochzeiten oder religiöse Zusammenkünfte zurückzuführen seien.

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