US-Athleten drohen Sanktionen

Nach Trump-Protest gibt’s Ärger

© Jose Sotomayor / Lima 2019, Jose Sotomayor, JS/CPG

12. August 2019 - 9:38 Uhr

Berry und Imboden mit politischen Statements

Es gibt mal wieder sportliche Gegenwehr gegen Donald Trump: Bei den Panamerikanischen Spielen in Peru setzten zwei Athleten deutliche Zeichen gegen den US-Präsidenten. Jetzt müssen die beiden Sportler mit Sanktionen rechnen.

Strafe wegen Hymnen-Aufstand?

Der Moment, in dem bei einer Siegerehrung die Nationalhymne erklingt, ist für den Sportler immer eine ganz emotionaler: Einige singen, manche verdrücken eine Träne – und wiederum andere nehmen diesen Augenblick der Aufmerksamkeit für eine politische Message.

Ihre Chance für ein politisches Statement nutzten auch die Hammerwerferin Gwen Berry und der Fechter Race Imboden, nachdem sie bei den Panamerikanischen Spielen im peruanischen Lima zwei Mal Gold und einmal Bronze gewannen. Auf die beiden kommen jetzt möglicherweise harte Konsequenzen zu. Denn das US-amerikanische Olympische und Paralympische Komitee fordert von seinen Athleten, auf politische Demonstrationen zu verzichten.

Was war passiert?

Berry senkte bei den Schlussakkorden der amerikanischen Hymne ihren Kopf und reckte ihre rechte Faust gen Himmel. Diese Aktion erinnerte an den Protest gegen Ungerechtigkeit von US-Sprinter Tommy Smith und John Carlos bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko.

Imboden folgte mit seinem Protest dem NFL-Quarterback Colin Kaepernick. Der Football-Star hatte sich 2016 beim Erklingen der Nationalhymne geweigert, aufzustehen, weil er sich gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Farbige einsetzen wollte. Die Folge: Immer mehr Sportler schlossen sich dem NFL-Spieler an und gingen bei der Hymne in die Knie – ganz zum Ärger des US-Präsidenten. Einer von ihnen war bereits 2017 Fechter Imboden. In Lima weiderholte er die Protestaktion.

Kritische Worte gegen Trump

"Ich habe mich entschlossen, meinen heutigen Moment an der Spitze des Podiums zu opfern, um auf Probleme aufmerksam zu machen, die meiner Meinung nach angegangen werden müssen: Rassismus, Waffenkontrolle, Misshandlung von Einwanderern und ein Präsident, der Hass verbreitet", twitterte der 26-Jährige.

Schon zum Auftakt der Spiele in Lima hatte Leichtathletik-Legende Carl Lewis für mehr Gerechtigkeit plädiert: "Wir haben einen rassistischen und frauenfeindlichen Präsidenten, der niemanden außer sich selbst schätzt", hatte der 58-Jährige angeprangert.

Auch bei der Frauenfußball-WM wurde die Sportbühne ganz schön politisch: US-Star Megan Rapinoe hatte mehrfach Präsident Trump kritisiert.