Palästinenser stürmen Grenze zu Ägypten

14. Februar 2016 - 5:36 Uhr

Dutzende Palästinenser aus dem Gazastreifen haben den erst vor einer Woche geöffneten Grenzübergang zu Ägypten gestürmt. Auslöser der Proteste war eine von Ägypten nicht angekündigte vorübergehende Schließung der Grenzabfertigung in Rafah.

Knapp 200 verärgerte Palästinenser, die bereits auf palästinensischer Seite abgefertigt worden waren, saßen vor dem ägyptischen Einreiseterminal fest. Ägyptische Sicherheitskräfte drängte Palästinenser dann mit Gewalt aus der Halle. Ägypten öffnete den Grenzübergang Rafah erst am Samstagnachmittag wieder für den Personenverkehr. Es ist der einzige Übergang zum Gazastreifen, der nicht von Israel kontrolliert wird.

Ägypten habe keinerlei Gründe für die Schließung des Grenzüberganges Rafah angegeben, teilte die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas-Organisation mit. Von ägyptischer Seite hieß es, dass Bau- und Renovierungsarbeiten durchgeführt werden mussten. Ägypten hatte nach knapp vierjähriger Unterbrechung vergangener Woche seinen Grenzübergang unbefristet für den Personenverkehr geöffnet. Nach kurzer Freude kam auf palästinensischer Seite schnell Verärgerung hoch.