Er soll mehrmals die gleiche Spritze benutzt haben

Pakistan: Kinderarzt infiziert mehr als 500 Kinder mit HIV

31. Mai 2019 - 13:36 Uhr

Insgesamt etwa 800 HIV-Erkrankungen in der Region Sindh

Ein Kinderarzt in Pakistan soll mehr als 500 Kinder mit HIV infiziert haben. Die Region in der Sindh-Provinz bittet um internationale Hilfe, um die Ausbreitung zu kontrollieren. Es gibt bisher rund 800 Infektionen, davon mehr als 500 bei Kindern im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren. Der Kinderarzt, der für viele Infektionen verantwortlich sein soll, leugnet bisher, absichtlich gehandelt zu haben. Er sitzt in Haft und ist selbst mit dem tödlichen Virus infiziert. Wie ein Mediziner die Massen-Ansteckungen erklärt - und was eine betroffene Familie sagt - im Video.

Internationale Hilfe angefordert

Nachdem im März bei mehreren Kindern eine HIV-Erkrankung entdeckt worden war, ordneten die Behörden an, die umliegende Region testen zu lassen. Mehrere Teams testen bis zu 2.000 Menschen täglich auf HIV. Die Zahlen der Infizierten könnte noch weiter steigen, befürchtet die lokale Gesundheitsbehörde.

Jetzt wird ein Team der Weltgesundheitsbehörde (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC erwartet. Die Experten sollen mit den Ärzten vor Ort zusammenarbeiten, um die Ursache des Ausbruchs zu untersuchen und die Verbreitung zu kontrollieren.

Bisher wird vermutet, dass sich die Krankheit durch dreckige Spritzen oder Skalpelle derart schnell verbreiteten konnte. Viele Pakistaner lehnen Tabletten ab und möchten lieber eine Infusion oder Spritze, weil sie das für wirksamer halten. Um Geld zu sparen, verwendet das häufig schlecht ausgebildete medizinische Personal häufig eine Spritze für mehrere Patienten.

Kinderarzt sitzt in Haft

Die Stadt in Südpakistan, Rato Dero, hat rund 200.000 Einwohner und ist von Armut geprägt. HIV kann mit heutigen medizinischen Mitteln zwar nicht geheilt werden, aber so gut eingedämmt, dass man mit der dauerhaften Einnahme von Medikamenten damit leben kann. Genau das, kann aber in der kleinen Stadt zum Problem werden. Denn die Infizierten brauchen eine dauerhaften Zugang zu Tabletten und gutes medizinisches Personal vor Ort.