2018 M11 8 - 22:07 Uhr

Acht Jahre lang saß Asia Bibi wegen angeblicher Blasphemie im Gefängnis

2010 war die heute 51-jährige Christin Asia Bibi zum Tode verurteilt worden, weil die fünffache Mutter im vorwiegend muslimischen Pakistan den Propheten Mohammed beleidigt haben soll. Acht Jahre später wurde sie Ende Oktober vom Obersten Gerichtshof des Landes freigesprochen. Eine Woche nach dem Freispruch ist Bibi nun auf freien Fuß gesetzt worden. Wie lokale Medien berichteten, verließ sie am Mittwochabend das Gefängnis in der Stadt Multan in der Provinz Punjab. Wohin sie von dort gebracht wurde, war zunächst unklar. Nach offiziellen Angaben des Außenministeriums in Islamabad sei sie aber weiterhin in Pakistan.

Regierung will Revision gegen Freispruch einlegen

Der Freispruch der 51-Jährigen löste Proteste radikalislamischer Gruppen in Pakistan aus. Diese hörten erst auf, nachdem die Regierung und die Partei Tehreek-e Labbaik Pakistan (TLP) des radikalislamischen Klerikers Khadim Rizvi ein Abkommen geschlossen hatten. Demnach will die Regierung einen Revisionsantrag gegen die Entscheidung des Obersten Gerichts zulassen und Bibi am Verlassen des Landes hindern. Ein Sprecher der TLP sagte nun, die Regierung habe durch die Freilassung Bibis gegen die Vereinbarung verstoßen. Die Partei halte jetzt ein Treffen ab, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Indessen ist Bibis Anwalt in die Niederlande geflohen. Der niederländische Außenminister Stef Blok bot dem Juristen am Donnerstag eine zunächst auf drei Monate befristete Aufenthaltserlaubnis an. Aus Angst vor Übergriffen hält sich die Familie Bibis an einem unbekannten Ort versteckt.