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Paketzusteller: Verstöße gegen den Arbeitsschutz an der Tagesordnung

Paketzusteller: Verstöße gegen den Arbeitsschutz an der Tagesordnung

Viele Paketzusteller verstoßen gegen Arbeitsschutz.
Viele Paketzusteller halten Arbeitsschutzregeln nicht ein.
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Sicherheit der Paketzusteller kommt viel zu kurz

Paketdienstleister in Nordrhein-Westfalen verstoßen gravierend gegen den Arbeitsschutz. In einer Untersuchung von 22 Verteilzentren aller großen Anbieter sowie 131 Paket- und Kurierdiensten hielten ganze 85 Prozent die entsprechenden Vorschriften nicht ein, teilte das Düsseldorfer Arbeitsministerium mit. Von 415 kontrollierten Fahrern verstießen 60 Prozent gegen Schutzvorschriften, vor allem in Bezug auf Lenk- und Ruhezeiten.

NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) nannte das Ergebnis der Kontrollen "erschreckend und alarmierend". Es sei ein Beleg dafür, dass die Hauptauftragnehmer die Verantwortung für die Einhaltung des Arbeitsschutzes offenbar überwiegend ihren Subunternehmen überließen.

Neben der Gesundheit der Beschäftigten sei auch die Verkehrssicherheit gefährdet. Die Fahrer der kontrollierten Paketzusteller konnten bei mehr als 60 Prozent der Unternehmen nicht die Einhaltung der Arbeitszeitgesetze nachweisen. Die Fahrer von 35 Prozent der überprüften Betriebe führten überhaupt keine Aufzeichnungen über Lenk-, Ruhe- und Arbeitszeiten. Missstände seien bei allen großen Anbietern der Branche gefunden worden.

NRW will Gesetzesvorstoß machen

Schneider forderte Nachbesserungen bei den Arbeitsschutz-Regelungen. Künftig müssten die großen Paketdienstleister Mitverantwortung für die Einhaltung der Vorschriften bei ihren Subunternehmern tragen. Einen entsprechenden Vorstoß werde NRW auf Bundesebene machen.

Eine Verbesserung der Situation erwarte er zudem von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns. Den Hauptgrund für die zahlreichen Verstöße sieht Schneider im Wettbewerbsdruck der Paketbranche als Folge der zunehmenden Online-Bestellungen: "Die schöne neue Shoppingwelt darf die dunklen Seiten des Internethandels nicht ausblenden", mahnte er.

2012 hatte Günter Wallraff im Rahmen seiner RTL-Reportage 'Günter Wallraff deckt auf. Der neueste Fall des Undercover-Spezialisten' auf Missstände innerhalb der Paketbranche hingewiesen. In seiner Undercover-Zeit als Paketbote musste Wallraff oftmals zwölf bis 14 Stunden täglich arbeiten.