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Ostukraine: Separatisten fordern Ende des Militäreinsatzes

Ostukraine: Separatisten fordern Ende des Militäreinsatzes

Ostukraine: Separatisten fordern Ende des Militäreinsatzes
Die prorussischen Aufständischen und das Militär warfen sich erneut gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vor.
dpa, Irina Gorbasyova

Mehr als 6.000 Tote seit Beginn der Ukraine-Krise

Die Separatisten in der umkämpften Ostukraine haben die Regierung in Kiew zu einem Ende des Militäreinsatzes im Donbass aufgefordert. Nur so könne der Friedensplan von Minsk umgesetzt werden, sagte der Separatistenführer Denis Puschilin. Der im Februar in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbarte Plan sei in eine "Sackgasse" geraten.

Die prorussischen Aufständischen und das Militär warfen sich erneut gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Drei Soldaten seien bei Gefechten am Wochenende im Donbass getötet sowie 17 weitere verletzt worden, sagte Armeesprecher Andrej Lyssenko in Kiew. Der Gegner habe schwere Waffen eingesetzt, darunter Panzer. Lyssenko sprach von einer gespannten Lage auch um die südliche Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer.

"Ein Ukas über das Ende der Militäroperation wäre ein guter Beweis für Absichten, den Konflikt auf friedlichem Weg zu beenden", sagte Separatistenführer Puschilin. Er warf dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko vor, sein bei Auftritten in der EU abgegebenes Bekenntnis zum Minsker Abkommen nicht umzusetzen. Neben seinen Ankündigungen, das abtrünnige Donbass-Gebiet zurückzuerobern, dauere auch die Wirtschaftsblockade an, kritisierte Puschilin.

In dem seit mehr als einem Jahr andauernden Konflikt in der Ostukraine fordert die Separatistenführung weitgehende Autonomierechte. Die ukrainische Führung hatte die umstrittene Anti-Terror-Operation gegen die Aufständischen im April vorigen Jahres begonnen. Seither starben dort mehr als 6.000 Menschen. Zehntausende sind verletzt. Mehr als eine Million Menschen sind geflüchtet.