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Ostukraine: Mehrere Tote trotz Feuerpause

Ostukraine: Mehrere Tote trotz Feuerpause

Die Außenminister von Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich treffen sich in Berlin
Bei ihrem Treffen in Berlin haben die Außenminister von Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich dazu aufgerufen, die Feuerpause in der Ostukraine einzuhalten.
dpa, Pool

Außenminister fordern Einhaltung der Waffenruhe

Trotz des jüngsten Friedensappells bei einem Außenministertreffen sind wieder heftige Gefechte in der Ostukraine entbrannt und mehrere Kämpfer getötet worden. "In der gesamten Konfliktregion gibt es bewaffnete Provokationen" prorussischer Separatisten, sagte der ukrainische Militärsprecher Andrej Lyssenko am Dienstag in Kiew. Er berichtete von sechs getöteten und zwölf verletzten Soldaten. Die Aufständischen sprachen von einem Toten in den eigenen Reihen.

Die Außenminister der Ukraine, Russlands, Frankreichs und Deutschlands hatten bei einem Treffen in Berlin ein sofortiges Ende der Kämpfe im Donbass gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung riefen sie zu dringenden Schritten für den Friedensprozess in der Ostukraine auf. Dazu gehört unter anderem die Umsetzung des ins Stocken geratenen Gefangenenaustauschs.

Der russische Chefdiplomat Sergej Lawrow kritisierte Verstöße von beiden Konfliktparteien gegen die Waffenruhe. Er forderte den Beginn eines politischen Dialogs der verfeindeten Lager. "Es ist falsch und schädlich, dass die Wirtschaftsblockade des Donbass fortgesetzt wird, dass keine Sozialhilfe, keine Renten gezahlt werden", kritisierte er. Kiew hatte solche Gespräche bisher stets abgelehnt.

Die Ukraine-Kontaktgruppe beriet in einer Videokonferenz über Verstöße gegen die Waffenruhe im Frontgebiet, die von Beginn an brüchig ist. Außerdem sprachen die Teilnehmer über die Bildung von Arbeitsgruppen, die den Friedensprozess in Gang bringen sollen. Zur Kontaktgruppe gehören neben der Ukraine auch Russland und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Separatistenführer Alexander Sachartschenko in Donezk warf dem ukrainischen Militär vor, eine neue Offensive im Donbass zu planen, anstatt wie vereinbart schwere Waffen abzuziehen.