Ostafrika: Jedes zweite Flüchtlingskind vom Hungertod bedroht

09. Februar 2016 - 14:51 Uhr

Die Hälfte aller Kinder in den Lagern ist unterernährt

Ein Ende der Hungerkatastrophe in Somalia und anderen Teilen Ostafrikas ist nicht in Sicht. "Der Gesundheitszustand vieler Kinder ist so prekär, dass sie sofort Hilfe brauchen", so Olivia Yambi von Unicef. Fast die Hälfte aller Kinder sei beim Eintreffen in den Lagern unterernährt, teilte die Organisation mit. "Berichte von Kindern, die auf dem Weg oder kurz nach Erreichen der Camps sterben sind beunruhigend häufig", hieß es.

Hungersnot in Afrika
Die Hungersnot in Afrika fordert immer mehr Opfer - vor allem Kinder.
© dpa, Boris Roessler

Am schlimmsten bleibt die Situation aber nach wie vor in Somalia. Allein in den vergangenen 90 Tagen sind nach Angaben von US-Regierungsbeauftragten 29.000 Kinder in dem Krisenland verhungert. Kurz zuvor hatten die Vereinten Nationen in drei weiteren somalischen Regionen offiziell eine Hungersnot ausgerufen. Damit wurden mittlerweile fünf Regionen zu Hungerzonen erklärt.

Die lebensrettenden Maßnahmen umfassten unter anderem Lebensmittel, medizinische Versorgung, Wasser und Sanitäreinrichtungen. Etwa 80 Prozent der 1.300 Somalier, die täglich die Lager erreichten, seien Frauen und Kinder. Mittlerweile leben über 400.000 Menschen im größten Flüchtlingscamp der Welt. Zahlenmäßig seien die Lager damit die drittgrößte Stadt Kenias.

Offenbar mehrere Tote bei Angriff auf Hilfskonvoi

Unterdessen sind bei einem gewaltsamen Überfall auf eine Hilfsgüterlieferung der Vereinten Nationen in Somalia wahrscheinlich mehrere Menschen ums Leben gekommen. "Das Welternährungsprogramm hat von einem Zwischenfall bei der Hilfsverteilung für Binnenflüchtlinge in Mogadischu erfahren, bei dem es mehrere Opfer gegeben haben soll", sagte eine UN-Mitarbeiterin.

Die Plünderung habe sich in der Nähe eines Camps für Vertriebene ereignet. Nähere Einzelheiten gebe es bisher nicht, aber der Zwischenfall zeige, mit welchen Problemen die Helfer in dem gefährlichen Umfeld in Somalia zu kämpfen hätten, hieß es.

Rund 100.000 Menschen, größtenteils aus Südsomalia, sind in den vergangenen Wochen vor der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren in die Hauptstadt geflüchtet. In dem Bürgerkriegsland sind derzeit 3,7 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht.

Indes steigt die Sterbequote ununterbrochen. Vor allem im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab ist die Lage der völlig ausgezehrten Menschen alarmierend. Allein im Juli seien 40.000 Hungernde angekommen - dies sei die höchste Zahl seit 20 Jahren, teilte das Flüchtlingskomitée der UNHCR mit. Täglich kämen durchschnittlich 1.300 weitere verzweifelte Somalier hinzu. Obwohl die Organisation bereits tausende Notunterkünfte aufgebaut habe, seien 45.000 weitere Zelte nötig, um dem Ansturm zu begegnen.

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