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Osnabrück: Vater verletzt Säugling lebensgefährlich - und behauptet, es sei ein Hund gewesen

Wiese nahe der A30 bei Osnabrück
Auf dieser Wiese in Osnabrück soll der Hund auf den Säugling losgegangen sein, so die Version der Eltern des Babys. Inzwischen ist klar: Diese Geschichte ist erlogen. © picture alliance

Ermittlungen gegen Vater wegen versuchten Totschlags

Ein Hund soll einen wenige Tage alten Säugling in Osnabrück angegriffen haben - so die Version der Eltern. Aber: "Die ganze Hundegeschichte ist erlogen", stellt der Oberstaatsanwalt klar. Stattdessen ermittelt die Polizei jetzt gegen den Vater des Babys: Er soll das Kind kurz nach der Geburt geschlagen und dabei lebensgefährlich verletzt haben.

Säugling schwebt in Lebensgefahr

"Wir können ausschließen, dass das Kind durch Hundebisse verletzt wurde", so Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer: "Das Kind habe geschrien, da habe er es ruhig stellen wollen, sagte der Vater in der polizeilichen Vernehmung aus." Gegen den 24-jährigen Vater wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Noch immer ist nicht klar, ob der Säugling überleben wird oder bleibende Schäden davonträgt.

Jugendamt sah keine Gefahr

Der Schriftzug "Jugendamt" ist auf einem Schild zu lesen.
Das Jugendamt in Osnabrück wurde informiert, konnte die Tat aber nicht verhindern. © dpa, Arno Burgi, abu pil

Jetzt wurde bekannt: Das Jugendamt hatte bereits während der Schwangerschaft einen Hinweis aus der Familie erhalten und nahm Kontakt auf. Dabei sei klar geworden, dass die Familie Hilfe brauche, so ein Sprecher der Stadt Osnabrück. Das Jugendamt habe Angebote gemacht, die Eltern seien "sehr kooperativ" gewesen - Hinweise auf eine Gefährdung des Kindeswohls habe es damals nicht gegeben. Stattdessen vereinbarte das Jugendamt mit den Eltern, dass diese sich nach der Geburt melden sollen. Offenbar zu spät - das Kind war gerade einmal vier Stunden in der Obhut der Eltern. Laut Aussage des Vaters ereignete sich die Tat in der Wohnung der Familie.

Die ursprüngliche Version der Eltern

Um von sich abzulenken, tischten die Eltern der Polizei eine andere Geschichte auf: Das Baby soll am Dienstagabend auf einer Decke auf einer Wiese nahe der Autobahn A30 gelegen haben - seine Eltern hatten zwei Hunde dabei. Ein fremder Hund soll dazu gekommen sein und den kleinen Jungen angegriffen haben. Die Untersuchungen am Säugling widerlegten die Version der Eltern.

Quelle: DPA, RTL.de

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