Orkantief rast auf Deutschland zu

In Schottland ist 'Friedhelm' bereits der schlimmste Sturm seit Jahren. Jetzt steuert er auf Deutschland zu.
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10. Februar 2016 - 11:45 Uhr

Unwetterwarnung an den Küsten und im Gebirge

Das Orkantief 'Friedhelm' hat vom Atlantik aus direkten Kurs über Schottland auf den Norden Deutschlands genommen. Mit im Gepäck hat es jede Menge Sturm, Regen und Schnee. An den Küsten der Nord- und Ostsee besteht eine Unwetterwarnung.

Auf den Nordseeinseln und in Schleswig-Holstein werden Orkanböen mit 120 bis zu 150 km/h erwartet. Auf Sylt ist bereits der Bahnverkehr beeinträchtigt. Der Sylt Shuttle, der als Autoreisezug die Nordseeinsel mit dem Festland verbindet, schloss Fahrzeuge mit Gefahrgut, Autos mit Anhänger, Laster mit leeren Anhängern und Campingfahrzeuge von der Beförderung aus. Der letzte Zug vom Festland auf die Insel wurde gestrichen, teilte die Deutsche Bahn mit.

Aber nicht nur die See ist betroffen: In den Gebirgen ist ebenfalls mit Orkanböen zu rechnen. Das gilt sowohl für die Gipfel der Mittelgebirge, wie Brocken, Fichtelberg und der Feldberg im Schwarzwald, als auch die Alpen.

Im Flachland wird der Sturm deutlich schwächer ausfallen. Hier werden die Böen höchstens bei 60 bis 90 km/h, nur ganz vereinzelt auch knapp über 100 km/h liegen. Erst kurz vor dem Wochenende soll sich dann auch im Norden der Sturm wieder merklich abschwächen.

Nach dem Sturm kommt der Schnee

Am heftigsten wird der Orkan Schottland treffen. Dort ist 'Friedhelm' bereits der stärkste Sturm seit 1986. Es wurden bereits Windgeschwindigkeiten von 180 km/h gemessen und damit 10 km/h mehr als vor 25 Jahren.

Nach zunächst noch milden Temperaturen bis 12 Grad fallen die Temperaturen in Deutschland über das Wochenende kontinuierlich. In der Nacht zum Samstag sind Tiefsttemperaturen bis zu -2 Grad möglich, in der Nacht zum Sonntag schon -4 Grad.

Am Wochenende wird dann auch in den tieferen Gebieten der Regen zu Schnee. Dann ist auch wieder vermehrt mit Glätte zu rechnen. In den Gebirgen fällt weiter Schnee. An den Küsten bleibt es auch am Wochenende ungemütlich und es ist weiter mit Sturmböen zu rechnen.