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Organspende nach Mukoviszidose-Diagnose: Jennifer macht erste Atemzüge mit neuer Lunge

Organspende nach Mukoviszidose-Diagnose
Organspende nach Mukoviszidose-Diagnose Jennifer macht erste Atemzüge mit neuer Lunge 02:03

Organspende rettet Mutter das Leben

Als Kind wurde Jennifer auf Mukoviszidose (zystische Fibrose) getestet. Doch der Test fiel negativ aus. Dadurch wurde ihre Lunge immer weiter befallen, bis sie nur noch zehn Prozent ihrer Lungenfunktion hatte. Nur noch ein Spenderorgan konnte sie retten. Wie wichtig Organspende ist und welche Risiken es bei einer Transplantation gibt, erfahren Sie hier.

Jennifers Krankheit blieb lange unerkannt

Als Kind wurde Jennifer auf Mukoviszidose (CF) getestet. Diese genetische Erkrankung führt dazu, dass der Lungenschleim dick wird und die Atemwege mit der Zeit verstopfen. Der Test fiel damals aber negativ aus. Die junge Frau musste wegen der unerkannten Krankheit ihr ganzes Leben mit Husten, der als Asthma oder Allergien abgetan wurde, kämpfen.

Dann kam die Wende: Vor mehr als elf Jahren wurde Jennifers zweites Kind geboren und auf verschiedene Krankheiten getestet. Dabei kam heraus, dass ihr Sohn Mukoviszidose hat. Als Jennifer und ihr Ex-Ehemann darüber aufgeklärt wurden, fiel der Spezialistin auf, dass Jennifer häufig hustete. Die Mutter wurde ein weiteres Mal getestet, und der Test war positiv. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch 65 Prozent ihrer Lungenfunktion.

Seitdem musste sie täglich Medikamente nehmen, Atembehandlungen machen und öfters im Krankenhaus bleiben. Doch sie baute immer weiter ab. Oktober 2016 wurde der Zustand dramatisch. Jennifer bekam jetzt rund um die Uhr Sauerstoff.

Ab Oktober 2017 musste sie im Krankenhaus bleiben, bis ihr eine Lunge transplantiert werden konnte. Dennoch blieb Jennifer immer positiv und glaubte daran, dass ihr Leben gerettet würde. Bis Tests zeigten, dass sie nur noch 10,8 Prozent ihrer Lungenfunktion hat. Aber am selben Tag kam die positive Nachricht: Es gab eine Spenderlunge für die junge Frau! Die Operation verlief gut.

Ihr Freund hat den emotionalen Moment aufgenommen, in dem Jennifer zum ersten Mal mit ihrer neuen Lunge atmen konnte. Sobald es ihr wieder besser geht, will das Paar heiraten. Die beiden können ihr Glück noch nicht fassen und möchten auf die Wichtigkeit der Organspende hinweisen. Denn sie selbst sagen, dass sie das Leben als Geschenk betrachten, das sie dank der Organspende miteinander teilen können.

Organspende rettet Leben: Bisher zu wenig Spender

Wer ein Organ braucht, ist davon abhängig, dass ein anderer das Organ spendet. In Deutschland warten mehr als 10.000 Menschen auf ein Spenderorgan, berichtet die 'Deutsche Stiftung Organtransplantation'. Es werden dringend Organe benötigt, nicht nur bei uns. 2017 gab es nur 797 Organspender in Deutschland - der niedrigste Stand seit 20 Jahren. Gespendet wurden 2.594 Organe.

Patienten, die auf ein neues Herz oder eine neue Niere warten, müssen darauf hoffen, dass sich ein Spenderorgan findet, das für eine Transplantation geeignet ist. Damit sie endlich ein lebenswertes Leben führen oder schlichtweg überleben können. Hier sind alle Informationen zur Organspende zusammengefasst. Einen Organspendeausweis können Sie direkt hier herunterladen.

Erfolgschance und Risiken der Transplantation

Die Erfolgsaussichten einer Organtransplantation sind sehr gut. Zum Beispiel funktionieren 90 Prozent der transplantierten Nieren nach einem Jahr, hier fand keine Abstoßung des neuen Organs statt. Auch 80 Prozent der Herzen sind nach einem Jahr funktionsfähig. Dennoch besteht immer das Risiko einer Abstoßung. Fremde Organe lösen im Körper zunächst eine Abwehrreaktion aus. Im schlimmsten Fall kann das Spenderorgan abgestoßen werden und absterben. Damit das nicht passiert, können Ärzte mit Medikamenten die Abstoßung unterdrücken. Dadurch können viele Patienten mit ihrem neuen Organ ein weitestgehend normales Leben führen.

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