"Wir hoffen darauf, dass Familien in ihrer schwersten Zeit die richtige Entscheidung treffen"

Mutter traurig über Entscheidung: Daniel (2) aus München wartet auf Spenderherz

17. Januar 2020 - 10:37 Uhr

Im Video spricht die verzweifelte Mutter über ihre Sorgen

Daniel (2) liegt mit einer seltenen Herzkrankheit im Klinikum Großhadern in München. Seine Eltern sieht der Junge nur tagsüber, die Nacht verbringt er alleine im Krankenhaus. Seine Rettung: eine Herztransplantation. Vor allem die neuen Regeln für die Organspende, über die der Bundestag abgestimmt hat, macht Diana Dietrich sauer. Im Video spricht die junge Mutter über ihre Sorgen und Hoffnungen.

Den Deutschen fehle der Antrieb

Die Suche nach einem geeigneten Spenderherz gestaltet sich schwierig für den kleinen Daniel. Deutschland gehört bei der Organspende zu den Schlusslichtern in Europa. "Eine gesellschaftliche Katastrophe", meint Daniels behandelnder Arzt. Für die junge Familie bleibt nur die Ungewissheit und banges Warten. Die Widerspruchsregelung wäre eine Erleichterung gewesen. Doch Deutsche werden auch in Zukunft nicht automatisch zu Organspendern.

Die junge Mutter ist sich sicher: Den Menschen in Deutschland fehlt der entscheidende Antrieb. "Wir kämpfen für die Aufklärung der Organspende, weil wir selber betroffen sind", erzählt Diana. Sie würde sich aber auch wünschen, dass Menschen, die bisher weniger Berührungspunkte damit haben, sich mit dem Thema auseinandersetzen. Diana hofft nun, dass eine Familie in ihrer schwersten Situation für sie die richtige Entscheidung trifft, "damit Daniel eine zweite Chance bekommt".

Diana Dietrich ist sauer auf das ganze System

Das System macht die junge Mutter sauer. Ihrer Meinung nach fehlt es seit Jahren an mehr Aufklärung in der Bevölkerung. Als die Familie damals die Diagnose bekam, wollte sie mehr über dieses Thema im Internet erfahren, doch sie konnte kaum etwas darüber finden. Die Leute müssten aufgerüttelt werden und über eine Organspende nachdenken.

Die junge Mutter meint, dass sich viele Politiker, die im Bundestag über die neuen Regeln der Organspende abgestimmt haben, sich vorab nicht gut genug über dieses Thema informiert hätten. Sie selbst habe über hundert Politiker angeschrieben und sie auch in die Klinik eingeladen. Nur zwei von ihnen seien gekommen. "Die Medizin ist so weit, doch es fehlt an der Umsetzung", ist sich Diana sicher. Jetzt muss sie darauf warten, was für Versprechungen aus dem Bundestag kommen. An dem Ergebnis könne sie immerhin nichts ändern, sie hoffe nun weiter – dass ihr kleiner Daniel ein Spenderherz findet.