Opposition gewinnt Parlamentswahl in Finnland

Die liberale Oppositionspartei von Juha Sipilä ist bei der Parlamentswahl in Finnland zur stärksten Kraft gewählt worden.
© dpa, Markku Ojala

20. April 2015 - 21:00 Uhr

Juha Sipilä erringt 21,1 Prozent

Die liberale Oppositionspartei hat die Parlamentswahl in Finnland gewonnen. Nach dem vorläufigen Endergebnis lag die Zentrumspartei mit 21,1 Prozent der Stimmen vor der konservativen Partei von Noch-Regierungschef Alexander Stubb (18,2 Prozent). Drittstärkste Kraft wurde erneut die rechtspopulistische Partei der Finnen mit 17,6 Prozent.

Neuer Ministerpräsident wird damit voraussichtlich Zentrums-Chef Juha Sipilä, ein früherer Geschäftsmann. Als Regierungspartner kommen neben den Sozialdemokraten (16,5 Prozent) auch die Rechtspopulisten infrage: Sipilä hatte die Zusammenarbeit mit den EU-Gegnern nicht ausgeschlossen.

Der konservative Stubb hatte seine Niederlage schon nach der ersten Hochrechnung am Wahlabend eingestanden. Die Liberalen hätten "einen starken Wahlkampf" geführt, sagte der Ministerpräsident im Fernsehen. Sipilä erklärte sich dagegen erst nach einigem Zögern zum Wahlsieger. Der erste Platz bei der Parlamentswahl gibt in Finnland traditionell das Recht zur Regierungsbildung.

Chancen auf eine Regierungsbeteiligung rechnen sich auch die Sozialdemokraten aus. Sie gingen nach dem vorläufigen Ergebnis mit 16,5 Prozent der Stimmen aus der Wahl hervor. Neben den Grünen (8,5 Prozent) und der Linkspartei (7,1 Prozent), die im vergangenen Jahr aus Stubbs Regierungskoalition ausgeschieden waren, schafften es auch die Partei der schwedischsprachigen Minderheit in Finnland (4,9 Prozent) und die Christdemokraten (3,5 Prozent) erneut ins Parlament. Sie hatten gemeinsam mit Konservativen und Sozialdemokraten in der Regierung gesessen. Mit rund 70 Prozent war die Wahlbeteiligung etwas niedriger ausgefallen als bei der letzten Parlamentswahl 2011 (70,4 Prozent).