Schwarzwald-Rambo auf der Flucht

Jetzt spricht die Mutter von Yves Rausch: "Ich hoffe nur, dass niemand zu Schaden kommt!"

Schwarzwald-Rambo Yves R. entwaffnete vier Polizisten.
© RTL

18. Juli 2020 - 15:28 Uhr

Yves Rausch: Seit Sonntag auf der Flucht

Seit Sonntag (12. Juli) herrscht im rund 5.000-Einwohner-Städtchen Oppenau (Schwarzwald) Ausnahmezustand: Der 31-jährige Yves Rausch bedrohte und entwaffnete vier Polizisten, seitdem ist er auf Flucht und wird von hunderten Spezialkräften gesucht. Eine Situation, mit der Rauschs Mutter zu kämpfen hat.

Mutter von Yves R.: „Ich hoffe nur, dass niemand zu Schaden kommt!"

Niemand weiß, wo sich Yves Rausch aktuell befindet. Die Polizei vermutet, dass er sich im Umkreis von Oppenau aufhält – doch Beweise fehlen. Eine schreckliche Situation, vor allem für Rauschs Angehörige. "Ich hoffe nur, dass niemand zu Schaden kommt!", so das knappe, aber deutliche Statement seiner Mutter gegenüber RTL.

Dramatischer meldete sie sich gestern auf Facebook: "Er wird gejagt wie ein wildes Tier. Was dabei rauskommen kann, konnte schon öfter in den Nachrichten verfolgt werden; diese Tiere werden erschossen, weil sie nicht in diese "Idylle " passen."

Zum letzten Mal sah sie ihren Sohn am Mittwoch (8. Juli)

Die Mutter von Yves Rausch wohnt mit ihrem Mann im Ortenaukreis, Yves leiblicher Vater ist 2018 verstorben, wie die "Mittelbadische Presse" berichtet. Mutter und Sohn sollen laut Informationen des Blattes einen guten, aber seltenen Kontakt pflegen. "Er hat sich sehr in den Wald zurückgezogen, ab und zu schreiben wir miteinander", sagt Rauschs Mutter gegenüber der "Mittelbadischen Presse". Erst am Mittwoch (8. Juli) haben sich die beiden in Oppenau auf dem Wochenmarkt auf einen Kaffee getroffen. "Yves war völlig normal, überhaupt nicht aufgekratzt oder so was", verrät Yves Mutter.

Mutter und Sohn haben aktuell keinen Kontakt

Seit Sonntag auf der Flucht: Yves Rausch.
Seit Sonntag auf der Flucht: Yves Rausch.
© dpa, -, kde

Über die aktuelle Information informiere sie sich nur über Fernseh- und Internetberichte, Kontakt zu ihrem Sohn kann sie nicht aufnehmen: Der Handyvertrag ist ausgelaufen. Und auch die Polizei würde ihr nicht viel sagen, wie sie im Interview mit der "Mittelbadischen Presse" verrät: "Die Polizei sagt mir nichts. Zwei Kommissare waren am Montag bei mir und haben mich befragt. Das war aber sehr allgemein."

Yves Rausch hat sich im Gefängnis sehr verändert

Wie es zu der aktuellen Situation kommen konnte, erklärt sie sich so: "Ich glaube, er hatte Torschlusspanik, als er die Polizisten sah. Er will nicht wieder ins Gefängnis." Rausch saß dreieinhalb Jahre im Gefängnis, nachdem er 2010 mit einer Armbrust auf eine Frau schoss und sie schwer verletzte. "Es war ein Unfall und keine Absicht", beteuert seine Muttern. Während seiner Haftstrafe hat Rausch eine Schreinerausbildung absolviert, er war einer der Jahrgangsbesten, wie seine Mutter erzählt.

Doch die Zeit im Gefängnis war für den heute 31-Jährigen auch eine große Herausforderung. "Ich glaube, er hat dort furchtbare Dinge erlebt", erklärt seine Mutter. Was genau vorgefallen sei, wisse sie bis heute nicht. "Er sagt nur: Eines Tages werde ich dir das mal erzählen."

 „Die Polizei sollte alle Kräfte abziehen!"

Sie glaubt, dass sich ihr Sohn wegen der großen Suchaktion in eine Ecke gedrängt fühlt und fürchterliche Angst hat. "Die Polizei sollte alle Kräfte abziehen. Und nach ein oder zwei Tagen kommt er von ganz allein aus dem Wald", vermutet sie im Gespräch mit der "Mittelbadischen Zeitung". Ihrem Sohn rät sie: "Er soll sich für zehn Minuten in Ruhe hinsetzen und einfach nachdenken. Aber diese Zeit hat er im Moment nicht."

Die Polizei sucht mit einem Großaufgebot von hunderten Einsatzkräften nach Yves Rausch, Hinweise auf eine politische Verstrickung oder Helfer des Mannes gibt es derzeit nicht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt außerdem wegen des Tatverdachts der besonders schweren, räuberischen Erpressung gegen Rausch.