2017 M02 23 - 15:25 Uhr

Der Mordprozess um das Höxter-Paar wird fortgesetzt

Jahrelang sollen sie Frauen in ihrem Haus in Höxter misshandelt haben. Zwei der Opfer starben infolge der Quälereien. Doch von Reue keine Spur. Pünktlich zur Fortsetzung des Mordprozesses um das Höxter-Paar hat die Angeklagte Angelika W. mit uns gesprochen - und das ungewohnt emotional.

"Ich habe den damals geliebt, ich habe alles für ihn getan"

Sie sollen ihre Opfer angekettet, mit heißem Wasser übergossen und sie körperlich misshandelt haben - dennoch hat sich Angelika W. im Laufe des Prozesses immer wieder als Opfer dargestellt: "Ich habe den damals geliebt, ich habe alles für ihn getan, ich war ihm hörig und heute interessiert es mich nicht mehr", sagte sie auch RTL.

Dass die meisten Misshandlungen aber nicht von Wilfried W. ausgingen, sondern Angelika W. die treibende Kraft zu sein schien, konnten während des Prozesses aufgekommene Tonbandaufnahmen zeigen. So soll sie zu ihrem Ex-Mann gesagt haben: "Du, sie will es doch so haben. Wie die sich bei dir da zu Anfang so doll hingestellt hat und sich jetzt als faules Ei entpuppt, ist traurig für dich. Aber ich habe dir ja gestern schon gesagt, oder vorgestern - dann suche ich eben nochmal. Dann müssen wir die entsorgen und dann ist ja auch gut."

Haupttäterin oder Opfer?

Wilfried W. Höxter
Wilfried W. will am 28. Februar aussagen.

Eiskalt und herzlos oder emotional von ihrem Ex-Mann abhängig? Für den Anwalt von Angelika W. ist sie nicht nur die abgebrühte Frau, die sie bisher vorgibt zu sein: "Wenn man sie heute gehört hat, dann ist uns allen klar geworden, dass sie diese Vorgänge tief in ihrem Inneren doch berühren. Dass sie nicht die eiskalte Mörderin ist, sondern eine Frau, die irgendwo schon Gefühle hat."

Welche Rolle Wilfried W. während der Taten eingenommen hat und ob Angelika W. wirklich das Opfer ihres Ex-Mannes war, könnte sich kommenden Dienstag klären. Denn dann will er endlich sein Schweigen brechen.