Opernplatz-Ausschreitungen in Frankfurt

Polizei fahndet mit Fotos nach 20 Flaschenwerfern - und einer Werferin

Polizei Frankfurt fahndet nach Randalierern aus der Frankfurter Opernplatz-Krawallnacht
© Polizei Frankfurt

25. August 2020 - 10:56 Uhr

Warfen diese jungen Leute Flaschen und Gläser auf Polizisten?

Gewalteskalation, Alkoholexzesse und am Ende wohl fünf verletzte Polizisten – das ist die Bilanz der Krawallnacht auf dem Frankfurter Opernplatz Mitte Juli. Die Polizei ermittelt bereits gegen 12 Randalierer, doch es sind offenbar noch lange nicht alle gefasst: Die Behörde hat nun über 20 Fotos veröffentlicht, auf denen 20 noch unbekannte mutmaßliche Krawallmacher und auch eine weibliche Randerliererin zu sehen sind und bittet um Hinweise auf die Täter. Auch sie sollen Flaschen oder gefährliche Gegenstände auf Polizisten geworfen haben.

Schaulustige sollen Beifall bei Angriffen auf die Polizei geklatscht haben

Laut Berichten der Polizei hatte es am 19. Juli um 2:30 Uhr am Sonntagmorgen auf dem Opernplatz zunächst eine Massenschlägerei mit 18 Beteiligten gegeben. Einer der Beteiligten sei am Boden liegengeblieben, woraufhin die Polizei eingreifen wollte. Dabei seien die Beamten von den Umstehenden angegriffen worden. Unter anderem seien die Einsatzkräfte mit Gläsern und Flaschen beworfen worden, Schaulustige hätten Beifall geklatscht. Fünf Einsatzkräfte seien verletzt worden. Anschließend sei der Opernplatz geräumt worden.

Opernplatz wurde Party-Hotspot während Corona

Der Platz in der Innenstadt der hessischen Bankenmetropole hatte sich während der Corona-Krise zum Party-Hotspot für junge Menschen entwickelt. Das Ausmaß des Vorfalls zeigte sich laut Polizei auch durch die Menge der auf dem Opernplatz eingesammelten Glasscherben. Während hier am Wochenende in der Regel 50 bis 100 Kilogramm Altglas eingesammelt würden, seien es Mitte Juli fast drei Tonnen gewesen. Gesperrt hatte die Polizei den Platz nach dem Vorfall allerdings nicht.

Kritik an Fahndungsmaßnahmen

Unter dem Tweet zu den Fahndungsmaßnahmen der Polizei kommt Kritik an der Öffentlichkeitsfahndung auf. Nico Wehnemann (DIE PARTEI), Stadtverordneter in Frankfurt, zweifelt die Verhältnismäßigkeit der Fahndungsmaßnahmen an. Die Polizei begründet dies mit dem Vorwurf des Landfriedensbruchs. "Wie immer gelten bei Öffentlichkeitsfahndungen strenge Kriterien und die Veröffentlichung geschieht in enger Abstimmung mit der Justiz. Und letztlich geht es auch um (schweren) Landfriedensbruch", heißt es als Antwort unter der Kritik von Wehnemann.