9. Januar 2019 - 13:27 Uhr

Was passiert bei Unterzuckerung im Körper?

Als der neunjährige Kazin Crisman aus Massachusetts (USA) mit seinem Opa Alan Pizza essen gehen will, benimmt der sich auf einmal extrem merkwürdig. Kazin reagiert geistesgegenwärtig, ruft den Notarzt. Damit rettet er seinem Opa das Leben - denn der hatte wegen seines Diabetes einen Zuckerschock erlitten. Was passiert dabei im Körper, und wie kann man Betroffenen helfen?

Neunjähriger bewahrt kühlen Kopf

Alan Crisman ist 80 Jahre alt und für sein Alter topfit – bis auf seinen Diabetes Typ 1. Dieser wäre ihm fast zum Verhängnis geworden. Doch zu seinem Glück wusste sein neunjähriger Enkel Kazin genau, was zu tun war: Er blieb ruhig, rief den Rettungsdienst an und verhinderte so Schlimmeres. Im Video erzählen die beiden, wie sie diesen Tag erlebten.

Was passiert bei einem Zuckerschock?

Diabetiker prüft seine Blutwerte
Durch ständige Kontrolle des Blutzuckers soll das Eintreten von Unterzuckerung vermieden werden.

Was sich bei gesunden Menschen höchstens Zittrigkeit oder Unkonzentriertheit zur Folge hat, kann bei Diabetes-Patienten extrem gefährlich werden: Bei der Unterzuckerung – der Fachbegriff ist Hypoglykämie – ist der Glukosegehalt des Bluts zu niedrig. Je nach Schwere des Falls kann dieser Zustand bei Betroffenen sogar bis zum Koma oder Tod führen.

Die Ursachen sind unterschiedlich: Manche Patienten verabreichen sich eine zu hohe Insulindosis, manche haben zu wenig gegessen oder waren ungewohnt hoher körperlicher Anstrengung ausgesetzt. Besonders ältere Menschen sind dafür anfällig.

Symptome einer Unterzuckerung

Erste Anzeichen für eine Hypoglykämie sind Zittern, Schweißausbrüche, Blässe und Herzrasen. Im weiteren Verlauf können Seh- und Sprachstörungen, Schwindel und Bewusstlosigkeit auftreten – ein Zeichen dafür, dass das zentrale Nervensystem bereits unterversorgt ist. Spätestens dann ist schnelles Handeln gefragt, denn die Unterzuckerung kann lebensgefährlich sein.

Erste Hilfe bei Unterzuckerung

Ist der Betroffene noch ansprechbar, sollte er möglichst schnell wirkenden Zucker zu sich nehmen, etwa Traubenzucker, Limonade oder Fruchtsaft. Bei Bewusstlosigkeit nicht versuchen, ihm Getränke oder Nahrung einzuflößen, sondern den Patienten in eine stabile Seitenlage bringen und sofort den Notarzt rufen. Dieser kann den Blutzucker durch Injektionen mit dem Wirkstoff Glukagon sowie eine Glukoselösung über den Tropf schnell stabilisieren.