18. November 2016 - 14:38 Uhr

Zeilen gehen zu Herzen

"Ich han Heimweh!" So beginnen die Zeilen von einem 88-Jährigen, der mit seinem Gedicht über seine Sehnsucht nach seiner Heimatstadt derzeit das Netz bewegt. In der Facebook-Gruppe 'Nettwerk Köln' postete seine Enkelin ein Foto der handgeschriebenen Zeilen. "Mein Opa (88 Jahre jung) kam heute mit einem Zettel zu mir und sagt: 'Kind, ich hab da mal was geschrieben - ein Gedicht oder Lied. Meinst du, man kann sowas ins Internet stellen und gucken wie viele Klicks das bekommt?!' Natürlich kann ich das, mein lieber Opa", schreibt Nancy Friske in ihrem Beitrag.

Kaum gepostet, geht er durch die Decke. Kein Wunder, kennt doch jeder das Gefühl, sein zu Hause zu vermissen, und weiß, wie schmerzhaft das sein kann.

"Ich will in ming Heimat noh Kölle am Ring!", schreibt der Großvater sehnsüchtig. "Ich wor en Berlin, ich wor in Stettin, och do woret Schön! Ich kann woanders nit läve, ich moss zuröck an de Ring!" Jeder Kölner kann das Gefühl wohl nachempfinden. Und wenn man genau hinsieht, darf man sich mit dem poetischen Rentner freuen. Denn es scheint ein Happy End gegeben zu haben. Ganz oben auf dem Papier steht: Köln, den 14.11.2016.